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| 19:23 Uhr

Lesermeinung
Physik lässt sich nicht überlisten

Besonders viele Windkraftanlagen sind unter anderem in den deutschen Küstenregionen zu finden wie hier im nordfriesischen Husum.
Besonders viele Windkraftanlagen sind unter anderem in den deutschen Küstenregionen zu finden wie hier im nordfriesischen Husum. FOTO: Daniel Reinhardt / dpa
Streit um Kohleausstieg

Zum Kommentar „Sondierungsfüchse und Klimatrauben“ (LR, 10. Januar): Wenn ich Ihre Ausführungen in punkto Kohleverstromung lese, frage ich mich, wie viel Fachkompetenz haben wir in der Regierung und Medien. Aus technisch-physikalischer Sicht gibt es da mehr technische Blindgänger, als ich je erwartet habe. Man versucht, mit klima-ideologischen Behauptungen die Physik und auch die Ökonomie zu vergewaltigen. (...)

Wenden wir uns mal den technischen Gegebenheiten zu (Daten 2017 EEX Börse): Wir ersetzen die acht Kernkraftwerke, Spitzenleistung 10 221 Megawatt (MW) = 72,13 Milliarden Kilowattstunden (kWh), dann die Braunkohlekraftwerke, Spitzenleistung 18 551 MW = 133,66 Milliarden kWh und die Steinkohlekraftwerke, Spitzenleistung 22 186 MW = 83,37 Milliarden kWh durch Windkraftanlagen (WKA) á drei MW. Das sind also 16 986 WKA!

Wir haben schon 27 221 WKA auf dem Land und 947 WKA auf See. Insgesamt wären das 45 154 WKA in Deutschland. Die Gesamtfläche von Deutschland ist 360 000 Quadratkilometer. Fiktiv käme eine WKA auf rund acht Quadratkilometer (2,9 km mal 2,9 km = acht Quadratkilometer) Wo will man die hinstellen? Für Cottbus umgerechnet würden die 20 WKA die Stadt besonders attraktiv machen.

Das ist eine theoretische Betrachtung, in Wirklichkeit ist es noch viel brisanter. Denn die WKA bringen im Jahresdurchschnitt nur 20 Prozent ihrer installierten Leistung, sodass sich die Anzahl der WKA noch um Faktor vier erhöhen würde. Auf Grund der geringen durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren ernten wir ein großes Reproduktionsprogramm mit Kosten, von denen leider keiner spricht. Neben den wenigen Sturmtagen im Jahr gibt es ja auch reichlich Flauten und Schwachwindtage (auch auf See), wo die Erzeugung null bzw. 20 Prozent ist. Was dann? Teure Gaskraftwerke oder Auslandsbezug? Das Ausland erklärt uns jetzt schon für verrückt, freut sich aber sehr, wenn sie von uns kostenlosen Strom plus Prämie bekommen. Leider bezahlen wir das mit dem EEG. (...)

Wolfgang Horbens
per E-Mail