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| 22:09 Uhr

Leserbrief
Nieten-Inferno an den Champs Élysées

Für den Schaufelradbagger bei Hörlitz hat ein Klettwitzer Leser einen Vorschlag.

Wenngleich in Form und Funktion völlig unterschiedlich, so haben der Pariser Eiffelturm und der Schaufelradbagger SRs 1500/1473 auch Gemeinsamkeiten. Beide bestehen überwiegend aus genieteter Stahlkonstruktion und beide stießen zunächst auf heftige Ablehnung. Die Gegner des Eiffelturms führten an, dass das Eisengerippe das Stadtbild verschandelt. Der Bagger muss mit anderen grotesken Argumenten herhalten. In naher Zukunft werden die Nieten abplatzen und das Gelände im Umkreis von 500 Metern wird zur Todeszone.
Der Eiffelturm wird von 2,5 Millionen Nieten zusammengehalten und ist 77 Jahre älter. Die Nieten müssten inzwischen hageldicht in Paris herumfliegen. Meine diesbezügliche Recherche im Internet brachte keine Ergebnisse.
Der einst so geschmähte Eiffelturm steht seit 1887 an seinem Platz. Paris ohne Eiffelturm? Undenkbar!
Die Lausitz ohne das blaue Wunder?  Undenkbar!
Natürlich kann das Gerät nicht in Hörlitz stehen bleiben, mein Favorit bleibt Lichterfeld. Das gibt es nicht zum Nulltarif, die Vandalen hatten viel Zeit. Aber wenn der Bagger „angekommen“ ist und touristisch hergerichtet wird, spielt er mittelfristig die Investitionen wieder ein. Das ist sehr wichtig, denn „ohne Moos nix los“. Aber viel bedeutender ist der ideelle Wert für die Lausitz, der ist nicht in Euro und Cent zu bemessen.
Gebt dem Bagger eine Chance!

(Detlef Bergmann, Klettwitz)