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| 16:26 Uhr

Leserreaktion
Nicht nur bei Wahlen aktiv sein

Zu „Aufschrei aus dem zentralen Niemandsland“ (LR vom 14. November) schreibt Horst Paulick aus Elsterwerda:

Der Aufschrei aus dem zentralen Niemandsland hat mich doch hellhörig gemacht. Was ist denn da los? Noch mehr, sogar in unserer unmittelbaren Nähe. Da ist die Rede von einer länderübergreifenden Tagung mehrerer Landkreise und Städtebünde, allerdings mit ernüchternden Ergebnissen. Da sind neben den um den Bundeswehr-Standort gelegenen Städten nun auch ganz andere Städtebünde im Spiel, bis hinüber nach Bad Düben und Kemberg, um für Verbesserungen in der Region zu sorgen. Über drei Bundesländer also bereits verteilt. Aber, man kommt nicht voran . Ja, was wollen wir denn eigentlich? Den Versuch einer Neugliederung in Brandenburg hat man mit nicht erlahmender Vehemenz gestoppt. Für uns also die Verbindung ostwärts. Nach dem Westen sucht man sie um so ungestümer. Auch in Bundesländer, die eine Neuordnung bereits durchgesetzt haben. Allerdings da, wo eine andere Partei das Sagen hatte oder weiterhin hat. Der heimische Protest ist doch nicht nur als aus Partei-Gründen erfolgt, hoffe ich. Wenn doch, macht man sich nun unglaubwürdig. Oder gar lächerlich, weil es nun sogar um noch größere Regionen geht als die bei uns vorgesehenen und offenbar unerwünschten „Monsterkreise“.

Zwei weitere Meldungen lassen mich aufhorchen. Dem weiteren Abgehängt werden ihrer Heimat will sich die CDU im Schradenland widersetzen, will nun Position dagegen beziehen. ln Falkenberg und Herzberg bedauert man die Stilllegung einer Bahnnebenstrecke vor Jahren, dabei haben Bahn und Politik innerhalb der letzten Jahrzehnte noch viel schlimmere Fehler begangen, zum Beispiel die Stilllegung der ältesten Bahnlinie im Kreis Liebenwerda oder die heutige Situation auf der Strecke zwischen Ruhland und Falkenberg. Gerade noch vier Mal halten Züge dort, wogegen sechs Haltepunkte nicht mehr bedient werden, zum Teil sogar mitten im Ort gelegen. (...)

Politik gemacht und Entscheidungen getroffen werden nun mal weniger in der entlegenen Provinz. Sich aktiv zu beteiligen, dafür oder dagegen, das kann man, muss man auch, überall. Letztlich bei Wahlen. Aber nicht erst da nach, erst recht nicht wesentlich später. Und ehrlich sein. Das sollten alle. Sowohl die Machthaber als auch das regierte Volk.