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Mensch ist schuld am Bienensterben

Adalbert Gloyna aus Schenkendöbern schreibt zum Thema "Bienensterben – Imker schlagen Alarm" (LR vom 06.03.2015):

Ob fälschlich oder absichtlich sehe ich den Bericht als Mangelinformation an. Richtig ist es, für das Bienensterben als Hauptschuldigen den Menschen zu nennen. Für die Verluste an Bienen die Varroamilbe und das Wetter im Herbst/Winter als Ursachen zu benennen, sind unvollständig. Mit den rücksichtslosen Eingriffen in die Lebensräume der Natur zerstört der Mensch nicht nur den Lebenszyklus der Bienen, sondern ebenfalls von Fischen, Schmetterlingen, Insekten und der Pflanzenwelt. Die Versiegelung des Bodens für den Gebäude- und Straßenbau, die Regulierung des natürlichen Wasserhaushaltes durch Senkung für die Kohleförderung, die Flussbegradigung und Melioration sind weitere Fakten. Hinzu kommen die Intensivierung der Landwirtschaft von Monokulturen für Mais-, Raps- und Getreideanbau im großen Stil sowie der Einsatz von Pestiziden und weiteren chemischen Stoffen gegen Unkräuter und Schaderregern verschiedener Art, um hohe Erträge/Gewinne zu erzielen. Das gleiche gilt für den Forst und den Wald. Auf den Wiesen werden zur Massegewinnung Gräser angebaut. Es erfolgen eine starke Düngung und die zeitige Mahd. Für die Bienen sind keine blühenden Pflanzen als Futterquelle (Pollen/Nektar) enthalten. Die ungezielte Anwendung der chemischen Keule aus Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln durch Rückstände in der Blüte, dem Blattwerk und dem Wasser erhöht die Schwächung des Bienenvolkes. Nicht vergessen seien die Hobbygärtner durch den Einsatz von Bekämpfungsmitteln und das Nichtbeachten ihrer Anwendungsvorschriften (…). Bei Anpflanzung von fremdländischen Baumarten, Blumen und Gräsern finden die Bienen oft keine Nahrung. Ein grüner Rasen im Garten zählt ebenfalls dazu. Nicht ausschließen darf man die Park- und Grünanlagen der Kommunen. Vor dem Erblühen einer Pflanze werden sie oftmals gemäht. ( . . . ) In Deutschland gab es übrigens vor 100 Jahren vier Millionen Bienenvölker, heute nur 700 000 ( . . . ). Die Aussagen vom Vorsitzenden des Imkervereins Cottbus, Wilfried Jank, über Bienenverluste, ist nicht für alle Standorte zutreffend