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| 18:10 Uhr

Lesermeinung
Machtbasis ist Konflikte schüren

Türkei, Kurden und Syrien

Am Samstag, dem 27. Januar, hat die deutsche Polizei in Köln eine Kundgebung („Kurden-Demo“) gegen den Vernichtungsfeldzug der Türkei gegen die de facto selbstständige „Demokratische Föderation Nordsyrien“ („Rojava“) abgebrochen. Grund waren mitgeführte Symbole der auf türkischen Wunsch verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihres gefangenen Führers Abdullah Öcalan. Das Schüren von Konflikten mit kurdischen Organisationen ist seit der Aufteilung des Osmanischen Reiches für die Führer der Türkei, Syriens und des Irak Teil ihrer Machtbasis. Tatsächlich wächst in Nordsyrien seit Jahren eine basisdemokratische Gesellschaft („demokratischer Konföderalismus“), in der alle Nationen, Religionen und Geschlechter gleichberechtigt sind, die international sehr beachtet wird und zu der zum Beispiel auch deutsche Universitäten und Bundestagsabgeordnete Verbindungen haben. Die Kämpfer der Selbstverteidigungseinheiten Nordsyriens, die Präsident Erdogan jetzt umbringen lässt, hatten einen entscheidenden Anteil am militärischen Sieg über den Islamischen Staat, der die Weltgemeinschaft gerade noch in Angst und Schrecken gehalten hat.

Ernst Hoffmann
Cottbus