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| 14:01 Uhr

Lesermeinung
Verständnis für den Gastwirt

Kinderfreies Restaurant

Zu „Sie gehören mit an den Tisch“ (LR vom 18. 8.): Als ich noch Kind war, praktizierten meine Eltern intuitiv eine Abgrenzung meiner Welt zur Welt der Erwachsenen, die mir in der heutigen Kindererziehung leider zu häufig fehlt. Bestimmte Themen waren „nicht für meine Ohren bestimmt“ und bestimmte Orte, die meine kindlichen Fähigkeiten der Rücksichtnahme naturgemäß überfordert hätten, wurden eben nicht gemeinsam besucht. Waren meine Eltern dadurch kinderfeindlich eingestellt? Nein. (...)  Heutzutage hat sich ein Erziehungs- und Lebensstil eingestellt, welcher Kinder in alle Bereiche mit einbezieht. Für die Entwicklung der Kinderseele ist dies oft sogar gefährlich. Die Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen und zu respektieren, das ist eine Grundvoraussetzung, um später einen geachteten Platz in der Gesellschaft einnehmen zu können. (...) Wenn sich Kinder jedoch in einem Restaurant wie auf einem Spielplatz verhalten und ihre Eltern nicht wirkungsvoll eingreifen, dann wird es gefährlich. Auch für die Kinder. (...) Übrigens sollte man sich ruhig auch einmal vorstellen, was einem Kellner passieren kann, wenn er über ein Kind stürzt. Im schlimmsten Fall zweifelt sogar noch die Unfallkasse an, dass es sich hier um einen Arbeitsunfall handelt. Man sollte auch für die Intentionen des Gastwirtes Verständnis aufbringen und beobachten, ob es Kindern in Deutschland durch eine derartige Entscheidung wirklich schlechter geht. Ich denke, unsere Gesellschaft hat in Fragen der Kinderfreundlichkeit ganz andere Baustellen. (...)

Lars Kadach
Lübben