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| 18:40 Uhr

Lesermeinung
Geben die Hoffnung nicht auf

Deutschlands Autobahnen Von Ursula und Daniel König

Fahren auf Deutschlands Autobahnen macht Spaß! Eine schöne Überschrift, aber die Aussage ist leider falsch, zumindest dann, wenn man auf der Autobahn aus Richtung Cottbus nach Rostock fährt. Wir tun dies hin und wieder, um unsere Tochter in Schweden zu besuchen (Fähre von Rostock nach Trelleborg), und müssen mit Bestürzung feststellen, dass die gesamte Strecke inzwischen einer langen Baustelle mit Tempolimit  60 – 80 km/h gleicht, unterbrochen von Abschnitten, in denen man mal kurz Gas geben kann! Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist leider bittere Realität: Auf der Hinfahrt nach Rostock am 20.08.2019 gab es ab Roggosen 13 Baustellen, auf der Rückfahrt am 29.08.2019 von Rostock nach Roggosen passierten wir in recht gleichmäßigen Intervallen 17 Baustellen, bis zu acht Kilometer lang, halbseitig gesperrte Abschnitte  mit Tempovorgabe 60-80km/h.

Da wird einem etwas zugemutet – man könnte vor Wut ins Lenkrad beißen! Eine zeitliche Reiseplanung ist unmöglich. Von Bau- und Sanierungsarbeiten war wenig zu erkennen, dafür stimmten die Sperr- und Sicherungsmaßnahmen – darin scheint man Übung und Erfahrung zu besitzen!

Ja, wenn sich dann jeder wenigstens an die Tempovorgaben hielte! Das machen viele Kraftfahrer aber nicht, man will ja mal sein Ziel erreichen, sodass man zum Verkehrshindernis wird, wenn man sich an die Vorgaben hält, - oder dann doch einfach mitschwimmt! Und dann blitzt es . . .

Was für eine tolle Organisation! Lange Sperrungen in dichter Folge sind allenfalls ein Ausdruck für die gute Absicht, dass hier etwas getan werden soll, ein Alibi, zeugen aber praktisch wohl mehr vom fehlenden Sachverstand der zuständigen Verwaltungen. Hier sind so manche Vokabeln zutreffend, zum Beispiel Zumutung, Schikane, Unvernunft, Frechheit, Baustellenunwesen und vieles andere mehr . . . Schaut mal auf die Autobahnen in Schweden, auch diese werden instandgehalten!

Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf, dass das Fahren auf Deutschlands Autobahnen einmal wieder Spaß machen wird,  wenn alle Zuständigen und Verantwortlichen das tun, wofür sie bezahlt werden: ihre Arbeit vernünftig machen!