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| 19:40 Uhr

Lesermeinung
Lausitz braucht Chancengleichheit

Wissenschaftler will nur noch Ballungszentren fördern

Recht hat Torsten Kunze, der Chef der GWC. Allerdings sollte man sich die Mühe machen, diese fragwürdige  Äußerung eines renommierten Wirtschaftswissenschaftlers etwas näher zu betrachten. Seine These, dass nur noch die Metropolen förderungswürdig sind und die ländlichen Bereiche ohnehin aussterben werden, ist doch in höchstem Maße menschenverachtend.

Was wird, gerade in einem Flächenland  wie Brandenburg, mit den dort ansässigen alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, ihr Glück in den blühenden Metropolen zu suchen? Was wird mit den Tausenden Menschen, die durch den Braunkohleausstieg ihre Arbeit verlieren werden. Wie soll jemals die marode oder fehlende Infrastruktur den heutigen Mindeststandard erreichen?

 Wer ist dieser Wissenschaftler, der sich anmaßt, eine derart unsinnige Forderung zu erheben und wem dient diese? Rent E. Groppe ist Präsident des Leibniz Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, dem IWH. Dieses Institut erhält eine Grundfinanzierung zu je 50 Prozent aus Bundes- und Ländermitteln, also aus Steuermitteln. Bis 2019 betrug diese 6,5 Millionen allein für das IWH, und rein zufällig wurde im Mai dieses Jahres eine weitere Erhöhung ab 2020 um 1,3 Millionen zugesagt.

Kurze Zeit darauf kommt die umstrittene Äußerung. Da kommt unwillkürlich das alte Sprichwort „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ in den Sinn. Wem mag diese merkwürdige wissenschaftliche Äußerung, drei Wochen vor den Landtagswahlen, wohl nutzen? Ganz bestimmt nicht den Ländern.