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| 14:21 Uhr

Leserbriefe
„Wertekanon“ wird zum Feigenblatt

Politik der USA

„Die Welt das Fürchten lehren“ scheint ein Grundsatz der gegenwärtigen US-Politik zu sein. So kündigt Washington eine weitere Serie von Russland-Sanktionen an, begründet diese mit dem Giftanschlag auf die Skripals. Beweise für russisches Mittun in diesem Fall gibt es zwar nicht, doch im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zählt der Vorwurf bekanntlich als Beweis. Des Weiteren plant die US-Administration „Sanktionen aus der Hölle“, die dem russischen Finanzsektor schwersten Schaden zufügen sollen. Nicht weniger zynisch hat der US-Präsident das Inkrafttreten der jüngsten Iran-Sanktionen kommentiert: Es gehe ihm um den Weltfrieden. Die Führung in Teheran, die nachweislich alle Verpflichtungen des Atomabkommens erfüllt hat, soll mit immer härteren Sanktionen „in die Knie gezwungen“ werden, was nichts anderes bedeutet als die Fortsetzung der für die Nahost-Region so verhängnisvollen Politik des Regimewechsels mit allen ihren katastrophalen Folgen: Krieg, Terror, Zerstörung der Infrastruktur und unendliche Flüchtlingsströme. Demokratien, und die USA zählen sich ja dazu, berufen sich gern auf ihre rechtsstaatlichen Werte. Doch der berühmte „Wertekanon“ wird zunehmend zum Feigenblatt für eiskalte Interessen, wenn der offenbar Stärkere den Rest der Welt mittels eines raffinierten Strafen-Registers schikaniert.

Gesina Braun
Spremberg