ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:30 Uhr

Lesermeinung
Nicht kurzfristige Lösungen im Blick

Zum Sinn von Investitionen Von Harald Nickel

Seit der Zunahme der Diskussionen über fehlende Wohnungen und zu hohe Mieten in den Ballungsgebieten und Großstädten habe ich gehofft, dass die klugen Politikwissenschaftler und sonstigen „Fachleute“ sich mit diesen Problemen beschäftigen und Vorstellungen zu deren Lösung entwickeln werden. Leider habe ich bisher nur Ideen wahrgenommen, dass diese Probleme durch Mietpreisbremsen und verstärkten sozialen Wohnungsbau gelöst werden können. Für Ökonomen müsste es doch etwas widersinnig erscheinen, wenn in den kleineren Städten und entfernt von den Ballungsgebieten, die Überzahl der vorhandenen und dazu noch billigen Wohnungen rückgebaut – auf deutsch: abgerissen – werden muss und in den Ballungszentren, wo Bauland immer teurer wird, neue Wohnungen mit zusätzlichen Steuermitteln finanziert werden sollen. Und wenn dann der Präsident des IWH noch fordert, Investitionen nur noch in die Ballungszentren zu tätigen und nicht in zurückgebliebene Regionen wie der Niederlausitz . . .

 Nach meiner Meinung muss die Politik in die Zukunft investieren und nicht auf die kurzfristige Lösung der Probleme setzen. Wie wäre es denn, wenn das IWH und dessen Präsident sich mit den Ursachen für die Flucht der jüngeren Bewohner in die Ballungszentren befassen würden und dazu Lösungsansätze entwickeln, die der Landflucht entgegenwirken. Investitionen in Arbeitsplätze außer­halb der Großstädte wird kein Investor vornehmen, wenn dort keine geeigneten Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Nur die Politik kann die Bedingungen schaffen, dass die Voraussetzungen dafür vorliegen. ( . . . )