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| 19:59 Uhr

Lesermeinung zu Seenotrettung durch Sea Watch
Kapitänin verdient Friedensnobelpreis

Im Sinne Assisis bewahrt Rackete humanistische Werte.

Mich beeindruckt der Mut, den die deutsche Kapitänin des Rettungsschiffes Sea Watch aufbringt. Es ist nicht selbstverständlich, Menschen in großer Not zu retten. In meinen Augen ist das ein wirklich christliches Verhalten. So macht diese Frau aufmerksam auf die unerträgliche Situation, in die Migranten gebracht werden, die ihr Leben nicht anders „retten“ können (...).

Zu hoffen wäre, dass die neu gewählten Gremien der EU sich der Seenotrettung annehmen, neue Konzepte dafür entwickeln und dann auch realisieren. Denn Seenotrettung gehört zum Wertekodex der Europäischen Union – Solidarität mit wirklich notleidenden Menschen.

Deshalb wäre es gut, wenn die Innen- und Außenpolitik Italiens sich auf die Wertetradition eines Franz von Assisi als eine ethische Größe Italiens besinnen würde, anstatt hasserfüllt gegen Kapitänin Rackete vorzugehen. (...) Frau Rackete hat im Sinne des Humanismus gehandelt, indem sie akute Seenotrettung leistete.

Ich begrüße die Initiative des italienischen Außenministers Milanesi, zur Neuordnung der Migration zu kommen: Die Europäische Union brauche einen „strukturierten und stabilen Mechanismus“ für die Umverteilung von Migranten.

Seenotrettung ist eine große Aufgabe unserer Zeit. „Rettung von Migranten aus akuter Seenot darf nicht infrage gestellt werden, unterlassene Hilfeleistung ist nicht zu rechtfertigen“, sagte FDP-Chef Lindner (...)

Wenn der Humanismus verlorengeht, hat die ganze Menschheit verloren. Frau Rackete hat dazu beigetragen, dass Humanismus bewahrt wird in der Menschheit, ungeachtet der Folgen eines solchen Verhaltens. Aus diesem Grund wäre mein Vorschlag, Frau Rackete für dieses selbstlose Verhalten den Friedensnobelpreis zu verleihen. (...)

Hans Krügel, Bad Liebenwerda