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| 18:49 Uhr

Lesermeinung
Die Studien sind häufig fragwürdig

Zur deutschen Energiepolitik Von Wolfgang Rasim

( . . . ) Diese Energiepolitik stellt durch die Abschaltung funktionierender milliardenteurer Kraftwerke die größte Kapitalvernichtung seit 1945 dar, hat keinen Einfluss auf das Weltklima und treibt durch steigende Strompreise die bereits vorhandene De-Industrialisierung unseres Landes voran. Da global neben steigendem Öl-und Erdgasverbrauch circa 1600 Kohlekraftwerke geplant, errichtet oder erweitert werden, würde unser sofortiger Ausstieg aus der Braunkohleverstromung „mangels Masse“ in drei Monaten vom Anstieg der CO2- Emissionen kompensiert werden. Insofern hat Herr Kolhoff recht, dass unser Kohleausstieg zum langwierigsten und teuersten Strukturwandel aller Zeiten werden könnte. Die über Tausend wegbrechenden, gut bezahlten Arbeitsplätze durch die Abschaltung des ersten Blockes in Jänschwalde lassen grüßen.
Politische Entscheidungen dazu basieren jedoch häufig auf fragwürdigen Studien. So dichtet die aktuelle 508-seitige Leitstudie: „Integrierte Energiewende“ der Deutschen Energieagentur Dena den Onshore-Windrädern einen gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 70 Prozent überhöhten Jahresertrag an, so dass damit alle quantitativen Aussagen dieses Werkes irrelevant sind. Weiterhin werden hier auch mit elektrischen Oberleitungen versehene Autobahnen für den Lkw-Güterverkehr empfohlen, obwohl die teils elektrifizierte Eisenbahn dem Straßenverkehr energetisch, ökonomisch und auch sicherheitstechnisch weit überlegen ist. Den Schildbürgern wäre diese Empfehlung peinlich.