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| 20:03 Uhr

Lesermeinung
Ich brauche keine Subventionen

Zur Wirtschaft in der Lausitz Von Sebastian Frhr. von Rotenhan

Jeder Ökonom weiß selbstverständlich, dass der Professor aus Halle recht hat. Subventionen für einzelne Betriebe helfen niemandem. Spätestens seit Ministerpräsident Stolpe für den Lausitzring 500 Millionen, damals noch DM, in den Sand gesetzt hat, sollte das der Letzte verstanden haben. Aufgabe der Politik ist es, günstige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen, und da versagt die Landesregierung in Potsdam auf ganzer Linie. Vier Beispiele.

1. Außerhalb der Städte ist die Lausitz ein einziges Funkloch. In meinem Forstbetrieb, der an keiner Stelle weiter als zwei Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt liegt, kann man kaum telefonieren. Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern stellt ein erhebliches Risiko für meine Mitarbeiter dar. Man stelle sich vor, es gibt einen Unfall und man kann keine Rettung alarmieren. In ganz China gibt es keinen einzigen Quadratmeter, von dem aus man nicht telefonieren könnte, aber in der Lausitz bekommt man das nicht hin.

2. Trotz dauernder Anmahnung haben wir auf dem Land ein miserables Internet. Seit Jahr und Tag renne ich von Pontius zu Pilatus, ohne dass sich irgendetwas ändert. Ich brauche für meinen Betrieb keine Subventionen vom Staat, sehr wohl aber schnelles Internet.

3. Die mangelhafte Bahnanbindung von Cottbus nach Berlin – das zweite Gleis hätte doch schon lange gebaut werden können.

4. Ineffektive Verwaltungsstrukturen – wir werden zu Anfang Oktober in meinem Forstbetrieb einen Waldfriedhof eröffnen. Vom einstimmigen Beschluss des Gemeinderates bis zur Genehmigung vergingen geschlagene zwei Jahre. Man hatte das Gefühl, eine Behörde sei bemüht, die jeweils andere an Bürokratie und Umständlichkeit zu übertreffen.

Wenn sich in allen diesen Punkten nichts ändert, muss man sich nicht wundern, wenn die Lausitz abgehängt wird.