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| 19:30 Uhr

Lesermeinung
Dialogversuche wurden abgeblockt

Zusammenarbeit von Domowina und Serbski sejm? Ja, bitte!

Zur Lesermeinung von Karl Fisher, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 7. November: Dazu muss ich folgende Richtigstellung mitteilen: Es handelt sich bei den Wahlen eben nicht, wie behauptet, um eine kleine Privatinitiative! Die Wahlen wurden sieben Jahre vorbereitet, in denen nachweislich sehr viel Zeit darauf verwendet wurde, mit der Domowinaführung in einen Dialog über das Für und Wider und die Ausgestaltung einer parlamentarischen Volksvertretung zu treten.

Diese hat bisher jegliche Zusammenarbeit abgelehnt, die Wahlen öffentlich boykottiert und hält die bestehenden Strukturen der Interessenvertretung für die optimale Lösung. Das ist alles legitim und in einer Demokratie kann man niemanden zwingen, an der Verwirklichung von Ideen mitzuwirken. Fakt ist jedoch, dass die Initiative von Mitgliedern der Domowina initiiert wurde und dieser viele Domowina-Mitglieder angehören, aber nicht aus Oppositionsgedanken, sondern um die Arbeitsstrukturen des Volkes zu stärken und effizienter zu gestalten. Der Mangel besteht nach Ansicht der Initiative in der fehlenden Durchsetzungskraft von effektiven Maßnahmen zur Erhaltung von Sprache und Kultur.

Wir brauchen uns nur anzuschauen, welche Rolle die wendische Sprache in der öffentlichen Wahrnehmung und bei der Lausitzdiskussion spielt. Statt der marginalen Ansätze könnten die Vorteile einer zweisprachigen Region längst für alle Lausitzer nutzbar gemacht sein.

Die Wenden und Sorben haben der Lausitz als zweisprachige und bikulturelle Region deutlich mehr Potenzial zu geben, als momentan genutzt wird! Das Parlament ist dafür ein wichtiger Baustein. Die Berichterstattung in der LR und anderen deutschsprachigen Medien spiegelt daher ein richtiges Bild und auf richtiger Basis stehende Fakten wider.

Zum Thema Gemeinsamkeit noch ein Hinweis: Die Initiative für den Serbski sejm hat zur feierlichen Konstituierung am 17. November in Schleife alle Domowinagremien und sorbischen Institutionen eingeladen, um dort endlich den gemeinsamen Startpunkt einer fruchtbaren Zusammenarbeit zu setzen. Für mich stellt sich die Frage, was eine weitere Verweigerungshaltung gegenüber einer Demokratiebewegung innerhalb eines Volkes und gegen ein selbstbestimmtes Parlament bewirken soll? Was soll gegen ein Parlament als einzigen demokratisch legitimierten Ort der Meinungsbildung für eine Volk sprechen?

Ein privatrechtlicher Verein kann Interessen vertreten und hat das mangels eines vorhandenen Parlamentes auch getan, von Selbstbestimmung sind wir jedoch 30 Jahre nach der Wende immer noch weit entfernt! Auch mit mehr politischer Selbstbestimmung wird die Domowina nicht überflüssig – im Gegenteil: Mit mehr und ausreichenden Mitteln wird sogar noch mehr zu tun und vor allem möglich sein!

Hanzo Wylem-Keł, Vetschau, Sprecher der Initiative für den Serbski sejm