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| 19:26 Uhr

Lesermeinung
Energiewende erfordert Verzicht

Zum Strukturwandel Von Reinhard Schulze

Wenn ein Ministerium umzieht und seine Mitarbeiter alle mitbringt, erschließt sich mir nicht, wie da neue Arbeitsplätze in Cottbus entstehen sollen. Letztlich wäre eine solche Maßnahme doch ein Nullsummen-Spiel.

   Die Rettung des Weltklimas wird seit Jahren in Deutschland den Kohlekumpeln und Beschäftigten der Kohlekraftwerke aufgebürdet. Die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes wurde aber bisher nur durch diese Menschen erreicht. Verkehrswesen, Landwirtschaft und andere Industrie haben dazu nicht beigetragen. Ja, der Ausstoß ist sogar gestiegen. 2002 war Herr Ferdinand Piëch auf dem Weg zum „Ein-Liter-Auto“, ist aber kläglich gescheitert. Mich macht es betroffen, wenn alle die Abschaltung der Kohlekraftwerke fordern, aber selbst keinen Beitrag zur Kohlendioxid-Reduzierung leisten. Forderungen werden gestellt, und dann geht es mit dem SUV zum Flugplatz in den Osterurlaub. Volle Autobahnen und Flughäfen sprechen da eine eindeutige Sprache. Aber Klimaschutz und Energiewende erfordern Verzicht. Da ist der Klimaschutz plötzlich nicht mehr so wichtig, weil man ja jetzt selbst Betroffener wird. Das Gewissen wird mit dem Argument beruhigt, dass nur „Grünstrom“ geordert ist.

   Die Beamten in Potsdam möchte ich fragen, welche Argumente sie haben, um den Menschen in den betroffenen Gebieten den Verlust ihrer Arbeitsplätze ohne Aussicht auf Ersatz darzulegen. Die Kohlekumpel und Arbeiter in den Kraftwerken haben genug geliefert und verzichtet, nun sind alle anderen dran.