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| 18:14 Uhr

Lesermeinung
Alles für die Täter, wenig für die Opfer

Zu: zwei Jahre Attentat auf den Weihnachtsmarkt Berlin Von Marina Struzyna

Es ist leider deutsch-typisch – 100 Prozent Täterschutz. Alle liebevolle Zuwendung gehört immer den Tätern. Opfer werden vernachlässigt, ignoriert oder gar als selbst schuld hingestellt. Allein der Umgang mit den Hinterbliebenen, besonders seitens der Kanzlerin und des Berliner Senats, war ein Offenbarungseid an sozialer Verantwortung. Während hier Terroristen, Mörder, Vergewaltiger und andere drei Anwälte auf Staatskosten zur Seite gestellt bekommen und zwar sofort, müssen Opfer alles aus eigener Tasche zahlen oder eben fern bleiben. Dann bekommen die Täter Heerscharen an Therapeuten, Gutachtern und Ärzten – alles zulasten der gesetzlich Krankenversicherten. Und die Opfer? Kein Geld für sie, sie sollen zusehen.

Das Blamabelste in diesem Fall war allerdings das indiskutable Verhalten des Berliner Senats. Da sollte keine Video-Überwachung erfolgen an hoch sensiblen Knotenpunkten, weil das das Persönlichkeitsrecht der Bürger verletze und dem Datenschutz widersprechen würde. Und das an einem Platz, wo ein Terrorist ( . . . ) mal eben zwölf Menschen getötet hat und diverse andere verletzt und traumatisiert wurden. Menschenverachtender geht der Umgang mit Opfern kaum noch. ( . . . ) Hier ist die Umkehr der Beweispflicht dringend überfällig. Nicht die Opfer müssen beweisen. Die Täter haben gefälligst Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen – und nicht das Steuerzahlervolk und der gesetzlich Zwangsversicherte. ( . . . )