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| 18:48 Uhr

Lesermeinung
Der Super-Sommer zeigte die Grenzen

Zur Lausitzer Energiewende Von Hans-Jürgen Gresch

Was war das für ein Sommer! Monatelang schien die Sonne flächendeckend von einem meistens wolkenlosen Himmel, von April bis September herrschten in Deutschland geradezu mediterrane Verhältnisse, im Juli wurde fast die 40-Grad-Marke geknackt. Eigentlich ideale Verhältnisse für die Ökostromproduktion aus erneuerbaren Energien.

Doch mit Beginn des Herbstes fällt die Bilanz eher durchwachsen aus. Das Überangebot an Sonne führte nicht zu einem Überangebot an Ökostrom. Zwar produzierten die im gesamten Land installierten Fotovoltaikanlagen allein im Juli über sechs Milliarden Kilowattstunden Strom – ein neuer Rekord und genug, um die Stadt Hamburg ein Jahr lang komplett zu versorgen. Doch gleichzeitig regte sich wegen der Hitzewelle wochenlang kaum ein Lüftchen. Die rund 30 000 Windkrafträder an Land sowie in der Nord- und Ostsee standen entweder komplett still oder drehten sich lediglich ein wenig.

Statt 58 000 Megawatt pro Tag, wie rein rechnerisch möglich, gingen an manchen Tagen nur 1300 Megawatt ins Netz. Die Flaute in den Windparks hatte einen ungewöhnlichen, geradezu paradoxen Effekt zur Folge. Den Mangel mussten ausgerechnet die größten Dreckschleudern, die alten Braunkohlemeiler, ausgleichen. Einzig sie garantierten eine stabile Stromversorgung. Denn während Steinkohle und Atomkraftwerke wegen höherer Wassertemperaturen ihre Leistung drosseln mussten, konnten die Braunkohlekraftwerke, die mit dem konstant temperierten Grubenwasser der Tagebaue gekühlt werden, ihre volle Leistung erbringen. So legte ausgerechnet der Super-Sommer die Grenzen der Energiewende in aller Deutlichkeit offen. Leute wie Hofreiter, Göring-Eckhard, Baerbock und Habeck ignorieren dies einfach.