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| 20:00 Uhr

Zur Schweinemastanlage Tornitz
Grenzwerte stark überschritten

Tornitzer Schweinemast muss stärker kontrolliert werden.

Zum Artikel „Streit um Umweltdaten für Mega-Ställe“ in der LR vom 31. Mai: Dass im Artikel die „Grundwasserverseuchung“ einzig auf undichte Güllebecken zurückgeführt wird, die Ausbringung der Gülle aber mit keinem Wort erwähnt ist, muss verwundern. Dabei ist nicht nur die Nähe zu einem Trinkwasserschutzgebiet problematisch, sondern auch die Tatsache, dass in den für Brandenburg typischen Sandböden Gülle schnell versickert

Es ist bekannt, dass es bereits zu DDR-Zeiten erhebliche Probleme bei der pflanzenverträglichen Ausbringung der Gülle in Tornitz gab: es war zu wenig Fläche vorhanden und das bei einem damaligen Bestand von etwa 6000 Sauen.

Laut Anlagenbetreiber werden derzeit 40 000 Schweine in Tornitz gehalten. Die vom Brandenburger Landesamt genehmigte Erweiterung sieht eine Vergrößerung des Bestandes auf 67 300 Tierplätze vor. Nirgends in Brandenburg werden mehr Schweine an einem Ort gehalten.

Bei den vorliegenden Ergebnissen der angeordneten Grundwasseranalyse zufolge (Drucksachen 6/2263; 6/944 und 6/7715) wird der Grenzwert von Nitrat (50 mg/l, nach Trinkwasserverordnung 2018) dauerhaft um das vier- bis fünffache, der Grenzwert für Ammonium (0,5 mg/l) dauerhaft um das 35-bis Zwölffache und der Grenzwert für Nitrit (0,5 mg/l, Trinkwasserverordnung 2018) immer wieder überschritten.

Nitrat im Trinkwasser ist gesundheitsschädlich und steht im Verdacht krebserregend zu sein. Blausucht bei Babys ist nur eine der möglichen Vergiftungen, die unter Umständen tödlich endet. Die zuständigen Behörden sind aufgefordert, ihre Kontrollpflicht wahrzunehmen.