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| 19:26 Uhr

Leserbrief zu Künstler-Ausschluss
Sind wir wieder so weit?

Eine Ausstellung, ein Künstler und die AfD.

Zum Beitrag „Maler von Ausstellung ausgeschlossen“ in der LR vom 13. Juni 2019: Mit Entsetzen und Zorn habe ich den Artikel von Frau Theresa Held in der LR gelesen. Paradoxum. Es hat sich doch wirklich ein Künstler namens Axel Krause erdreistet, zwei seiner Werke in der Leipziger Jahresausstellung zeigen zu wollen, obwohl er Mitglied des Kuratoriums der von der AfD gegründeten Erasmusstiftung ist.

Damit aber nicht genug, er vertritt auch noch „rechte Standpunkte“, indem er gegen illegale Masseneinwanderung ist und hat selbst – wie schändlich – auch noch die AfD gewählt.

Leben wir noch in einer Demokratie oder hat sich das zwischenzeitlich erledigt? Mir drängt sich ein furchtbarer Vergleich auf. Es gab eine Zeit, in der Künstler aller Couleur nicht mehr öffentlich auftreten durften und verfolgt wurden, weil sie andersdenkend, schwul oder von „falscher“ Herkunft waren.

Ist es wieder so weit? Wenn Künstlerkollegen Axel Krause jetzt nur noch wenig kennen wollen oder dürfen, ist das nun Ignoranz, Staatstreue, Dummheit oder schlichtweg Angst? Mir erschließt sich nicht, was Sie mit diesem Artikel bezwecken. Wollten Sie sich an der öffentlichen „Steinigung“ des Malers beteiligen oder den Leser wachrütteln, um einen gut überlegten Wahlimpuls zu setzen?

Letzteres wäre verständlich – wir alle sollten zukünftig mehr den eigenen Verstand einschalten und uns an die wirklichen Lehren der Vergangenheit erinnern.