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| 19:08 Uhr

Leserbrief zu Kinderreporter bei Leag-Chef Rendez
Aussagen teilweise falsch

Leag-Chef Rendez spricht mit Kindern über Kohleausstieg

Zum Beitrag „Die Stromsicherheit dürfen wir nicht riskieren“ vom 4. Juli: Leag-Chef Helmar Rendez hat gegenüber den Kinderreportern der RUNDSCHAU viele Aspekte zum Klima und zur Wende des „komplexen Systems der Energieversorgung“ richtig beschrieben und auch auf eine damit eventuell gefährdete Stromsicherheit hingewiesen.

Seine Behauptung, dass rund 30 Experten der Kohlekommission einen gesellschaftlichen Kompromiss zu einem machbaren Kohleausstieg in 20 Jahren gefunden hätten, ist jedoch unrichtig. (...)

Unter den 30 sogenannten Experten gab es mit dem Elektrotechniker Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut offenbar nur einen einzigen, der die Zusammenhänge zu überschauen vermochte. (...)
Helmar Rendez äußert im Gespräch mit der RUNDSCHAU folgendes zur „Stromherstellung“: „Aber Wasser und Wind reichen noch nicht aus, um den Bedarf zu decken“. Mit dem Wörtchen „noch“ wird suggeriert, dass mit deren weiterem Ausbau eine Bedarfsdeckung möglich wäre.

Die Wasserkraft ist jedoch weitgehend ausgereizt und kaum noch steigerungsfähig. Eine Untersuchung der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften (...) kommt zu dem Ergebnis, dass die Kapazität zur Stromerzeugung aus Wind und Sonne versiebenfacht werden müsste und jeder Haushalt mit monatlichen Mehrkosten von 320 Euro zu rechnen hätte, um den Strombedarf 2050 decken zu können.

Darüber hinaus sind hier gigantische Verluste durch nötige Kurz- und Langzeitspeicherung der volatilen Wind- und Sonnenenergie noch nicht enthalten, sodass unter deren Berücksichtigung mindestens eine Verzehnfachung nötig und unser Land dafür zu klein wäre. (...)

Die hier und auch von vielen Politikern geäußerte Behauptung, dass wir mit dieser Energiewende „eine gewisse Vorbildfunktion in der Welt“ hätten, ist lächerlich. Kein einziges Land auf unserem Planeten kann und will so wie Deutschland aus der grundlastfähigen Stromerzeugung aus Kohle-, Gas- und Kernenergie aussteigen und sich nur auf die volatilen Erneuerbaren verlassen.

Folgerichtig (...) titelte das „Wall Street Journal“ am 29. Januar 2019, dass wir die „weltweit dümmste Energiepolitik“ betreiben. Sigmar Gabriel, damals noch Wirtschaftsminister, äußerte 2014 in Kassel, dass wir von den anderen in Europa deshalb für Bekloppte gehalten werden.