ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:33 Uhr

Leser fragen, die Chefredaktion antwortet
Was will Ihr Tageblatt damit anrichten?

Cottbus. Zum Artikel „Reparationen: Polen fühlt sich diskriminiert“ in der Lausitzer Rundschau vom 20. August 2019, schreibt Thomas Sanden aus Sellessen, er sei von der einseitigen Berichterstattung enttäuscht. Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer antwortet.

Guten Tag, Herr Oliver Haustein-Teßmer! Ich bin immer wieder von der einseitigen Berichterstattung in der Lausitzer Rundschau enttäuscht. Was will Ihr Tageblatt damit anrichten? (...) Zum Beispiel der Bericht zu „Reparationen: Polen fühlt sich diskriminiert“. Warum werden nicht beide Seiten beleuchtet?

Polen hat riesige Gebiete und Teile der deutschen Bevölkerung als Reparation erhalten. Die Konferenz von Teheran hat bereits im November 1943 die Gebietsverschiebung beschlossen. Soll doch Polen seine verlorenen Gebiete von Russland zurückfordern. Ich habe kein Verständnis dafür, wie Sie solch‘ einseitige Berichterstattung zulassen können!

Thomas Sanden, Sellessen


Sehr geehrter Herr Sanden, danke für Ihre Mail zu dem Polen-Artikel in der LR. Sie kritisieren den Bericht als einseitig. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Reparationsforderung ist klar der polnischen Regierung zugeordnet. Das ist nicht unsere Haltung, sondern eine Aussage des polnischen Außenministers und zudem eine neue Nachricht, also der Aufhänger unseres Berichts.

Demgegenüber steht die Haltung Deutschlands, in einem Absatz wie folgt wiedergegeben: „Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags kam zu dem Ergebnis, dass Polen keine Entschädigung mehr zustehen. Das wird auch damit begründet, dass Polen 1953 auf Reparationen verzichtet habe.“

Da Polens Regierung auf Deutschlands Bewertung der ähnlichen und neuen griechischen Forderungen wartet (siehe letzter Absatz des Berichts), die noch nicht erfolgt ist, ist aus meiner Sicht das kontroverse Thema mit den unterschiedlichen Positionen abgebildet. Also sind mit Einschränkungen beide Seiten beleuchtet worden.

Oliver Haustein-Teßmer, Chefredakteur

Haben Sie Fragen an die Chefredaktion wegen Berichten in der LR, brennt Ihnen ein Thema auf den
Nägeln? Schreiben Sie uns unter
leserbriefe@lr-online.de