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| 08:58 Uhr

Leider noch nie einen Wolf gesehen

Sebastian Frhr. v. Rotenhan aus Reuthen äußert sich zum Beitrag "Jäger behalten Wölfe im Auge", RUNDSCHAU vom 3. März:

Es ist doch immer wieder ein Jammer zu beobachten, wie einzelne Jäger den Ruf der ganzen Gruppe im wahrsten Sinne des Wortes versauen. So einer ist offenbar Herr Lothar Filmer aus Peitz, der offen gegen den Wolf Stellung bezieht. Statt sich über diese Bereicherung unserer Fauna zu freuen, fordert er ungeniert Abschüsse. Und dies, obwohl der Wolf in Brandenburg gar nicht dem Jagdrecht unterliegt, wie Ministerpräsident Woidke dankenswerter Weise unmissverständlich festgestellt hat. Obendrein verbreitet Filmer ungeniert Jägerlatein, indem er suggeriert, die Wölfe kämen quasi massenhaft vor und dreimal die Woche "rennen sie ihm vors Auto". Beobachtungen wolle er auch nicht melden, da einen Tag später "unzählige Naturschützer das Revier leer treten". Wie sieht es de facto aus? Wölfe sind ausgesprochen scheue Tiere, die man so gut wie nie sieht. In meinem Forstbetrieb, der zwischen Reuthen und Groß Kölzig liegt, gibt es natürlich auch Wölfe. Ich selbst habe aber zu meinem großen Bedauern in 14 Jahren nicht einen einzigen gesehen, wiewohl ich Tag für Tag im Revier bin. Auf Drückjagden kommen aber immer wieder Wölfe in Anblick und vergangene Woche lief einer am hellen Tage in eine Fotofalle. Ich melde jede Beobachtung der zuständigen Stelle in Rietschen und noch nie kamen "unzählige Naturschützer" in der albernen Vorstellung, der Wolf würde sich quasi zu Besichtigung den Interessierten darbieten. Also, lieber Herr Filmer, lassen Sie bitte die Kirche im Dorf. Mit Ihren Tiraden ist niemandem gedient, am wenigsten dem Stand der Jäger.