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| 17:25 Uhr

Lesermeinung
Lehrer sind nicht zu beneiden

Gewalt an Schulen nimmt zu

Zu „Mehr Straftaten und Gewalt an Schulen“ (LR, 23. April): Schon das Foto über dem Artikel lässt einem normalen Menschen den kalten Schauer über den Rücken laufen. Verbotene Sachen wie Zigaretten und Streichhölzer wurden schon immer zur Schule heimlich mitgebracht. Dafür gab es dann ein paar hinter die Ohren vom Lehrer oder zu Hause. Das alles war aber absolut harmlos und hält heute keinem Vergleich mehr stand. Die aufgezeigte Statistik ist überaus besorgniserregend. GEW-Chef Günther Fuchs fordert „... eine Nulltoleranz gegenüber jeder Form von Gewalt“. Schön und gut, wie sieht die Nulltoleranz nun aber praktisch aus. Welche juristischen Möglichkeiten sind in Deutschland vorhanden? Da beginnt schon das Dilemma. (...)

Wir haben inzwischen das Jahr 2018, und da haben einige auch schon recht weit körperlich und geistig entwickelte Kinder den Umgang mit Alkohol, Nikotin, Rauschgiften und gefährlichen Waffen verinnerlicht. Fachkräfte aus der Justiz und der Polizei wissen um diesen Sachverhalt Bescheid, und nicht wenige von ihnen wünschen sich eine spürbare Veränderung. Ein Mörderkind von zwölf Jahren wandert in Großbritannien sofort ins Gefängnis, bei uns aber lacht es sich  ins Fäustchen. (...) Ich möchte nicht eine Person aus meiner Familie heute in einer Schule arbeiten wissen, wo solche unbelehrbaren Typen die staatliche Bildung genießen und andererseits den Lehrkörper beleidigen, verunglimpfen oder körperlich attackieren und sich danach vor den Mitschülern grinsend hinstellen und kundtun: „Sie können mir gar nichts, ich bin noch nicht strafmündig.“ (...)

Günter Schüppel
Senftenberg