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Landtag nimmt Sorgen der Menschen nicht ernst

Klaus-R. Hoppenz aus Kolkwitz reagiert auf die Lesermeinung "Froh, dass es die Nato gibt" (LR vom 21.

Januar):

Danke, Frau Noak für den Leserbrief (. . .). Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Es lesen doch nicht nur alte Genossen die LR. Es kommt einem nur so vor, mir auch. Aber ich glaube, es liegt daran, die alten Kader haben viel Zeit und wollen noch immer ihr Ego befriedigen und mit ihren Parolen und Fantasien aus den Bezirksparteischulen glänzen. Nur sind heutzutage auch viele Menschen in der Lage, sich ein eigenes Weltbild zu machen. Wir genießen die Freiheit und natürlich auch die damit verbundene Verantwortung, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Wir möchten keinen Vordenker und auch keinen Anführer, wir machen uns lieber selber Gedanken.

Lieber Hähne statt Straßenbahn

Kevin Theiler aus Lauchhammer schreibt zu "Bei Vogelgrippe wird zügig kontrolliert" (LR vom 24. Januar):

Als ich den Artikel in der LR las, war ich traurig und wütend zugleich. Da ist von "permanenter Ruhestörung" und "blankem Terror" die Rede. Doch Terror ist für mich etwas anderes. Ich bin ebenfalls Hühnerhalter und Anwohner dieser Nachbarschaft und muss mit Erschrecken feststellen, dass die Menschen heutzutage anscheinend lieber eine Straßenbahnverbindung oder eine dreispurige Schnellstraße direkt neben ihrem Haus haben möchten, wie das in vielen Großstädten der Fall ist, als einen krähenden Hahn oder einen Hund, der auch mal einen Ton von sich gibt. Daran erkennt man, wie weit unsere Mitmenschlichkeit und unser Realitätsbewusstsein bereits verloren gegangen sind. Da wird eben sofort die Presse eingeschaltet und mit wilden Wortspielen hantiert, anstatt Gespräche zu suchen und dabei trotzdem realitätsnah zu bleiben. Lauchhammer ist eben nicht das Villenviertel von Berlin oder München. Lauchhammer ist Lauchhammer, und das ist gut so. Ich freue mich jedenfalls noch, wenn ich einen Krähruf höre und weiß, woher meine Eier und mein Fleisch kommen - wissen Sie das auch?

Landtag nimmt Sorgen der Menschen nicht ernst

Rudolf Scheibe aus Elsterwerda schreibt zu "Jetzt ist alles geklärt" (LR vom 20. Januar):

(. . .) Im Leserforum und meinem Bekanntenkreis habe ich zu meiner Freude schon viele Meinungen von Menschen vernommen, die die Panzertransporte nach Polen und in die baltischen Staaten ablehnen. Aber im Landtag wurde nur über die Bündnistreue gesprochen, die Meinungen einer großen Anzahl von Menschen werden einfach nicht zur Kenntnis genommen. (. . .) Panzer lösen keine Probleme, die baltischen Staaten und Polen haben die Nato darum gebeten, so Senftleben (gemeint ist der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben - d.R.). Die Nato-Staaten geben eine knappe Billion Dollar im Jahr für die Rüstung aus. Da sind solche angeblichen Hilferufe sehr willkommen. (. . .) Dem immer wieder aufgeführten, auch zum Teil berechtigten Argument mit der Annextion der Krim und dem Eingreifen Russlands im Donbass, ging schon eine Vorgeschichte voraus. Merkels Freundin, Frau Timoschenko, (gemeint ist die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko - d.R.) strebte einen schnellen Nato-Beitritt der Ukraine an. Als der 2010 gewählte prorussische Präsident Janukowitsch die Ukraine keineswegs in die Nato bringen wollte, begannen die Aktivitäten des Weltpolizisten USA. Janukowitsch wurde 2014 mit der tatkräftigen und finanziellen Hilfe der USA weggeputscht. (. . .)

Der immer gleiche Postenschacher

Peter Hannemann aus Cottbus schreibt zum Rücktritt von SPD-Chef Sigmar Gabriel:

Ein Erdbeben erschüttert Berlin. Zum Glück nur ein politisches, aber was ist anderes zu erwarten, wenn ein politisches und körperliches Schwergewicht wie Sigmar Gabriel sich selbst zu Fall bringt? Oder, wie es die Parteispitzen suggerieren, seine persönlichen Interessen hinter denen der Partei zurückstellt. Da drängen sich doch unweigerlich die Parallelen zum letzten Bundestagswahlkampf auf, und wieder beginnt sofort der Postenschacher. Die beiden Gewinner der damaligen erfolglosen SPD-Troika haben auch diesmal vorgesorgt und werden auf der Gewinnerseite bleiben. Der Außenminister hat als künftiger Bundespräsident bis an sein Lebensende ausgesorgt. Der SPD-Vorsitzende, Wirtschaftsminister und Stellvertreter der Bundeskanzlerin wird Außenminister und behält selbstverständlich den Stellvertreterposten. Ein Arbeitsloser aus Brüssel wird SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat und kann sich nun ohne Gnade dem Wahlkampf gegen den Noch-Koalitionspartner widmen.

Und die deutsche Wirtschaft wird künftig durch eine ehemalige Staatssekretärin geleitet, die auch schon einmal Justizministerin war und zum Wahlkampfteam der glücklosen Troika gehörte. Alles das, ausgekungelt im stillen Kämmerlein, ohne die Basis der großen Volkspartei einzubeziehen. (. . .) Aber zum Glück leben wir ja in einer Demokratie und können am 24. September darüber entscheiden, ob die Vorstellungen der SPD das Beste für Deutschland sind. (. . .)