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| 17:05 Uhr

Lesermeinung
Lächerliches Provinztheater

Schlechter Umgang mit Christ Von Klaus Gebler

Gerade noch erschien das „Drama im Staatstheater Cottbus“ als klassische Tragödie, in der alle Beteiligten das Beste wollen, aber die Sache traurig ausgeht. Gerade noch attestierte man Evan Christ außergewöhnliche künstlerische Qualitäten beziehungsweise Ansprüche, bei deren Umsetzung er aber zuweilen über gewisse Grenzen hinausschoss. Gerade noch wäre es allen Beteiligten möglich gewesen, Größe zu zeigen und dem komplizierten Interessenkonflikt durch weisen Interessenausgleich die Schärfe zu nehmen.

Seit heute kippt die Tragödie in lächerliches Provinztheater, in dem es nur noch die vielen Guten, Edlen und Selbstlosen gibt und natürlich den einen einzigen Bösewicht, den man versäumte, „aus dem Verkehr zu ziehen“ (LR). Und ohne weitere Untersuchung, ohne juristische Prüfung beziehungsweise Bewertung der schweren Anschuldigungen, ohne Klärung der Versäumnisse seitens der Verantwortlichen und ohne Berücksichtigung der Bitte um Entschuldigung des „Delinquenten“ beurlaubt man ausgerechnet jenen Mann, der seine Pflichten über alle Maßen (im Wortsinne) ernst nahm und stellt jenen Mann wieder ein, der gegen jedes Arbeitsrecht verstoßen hat, indem er im Internet delikate Interna des Theaters verbreitete.

Jetzt gibt es wohl kein Zurück. Befindlichkeiten Einzelner bestimmen die Diskussion, und den Visionär jagt man aus der Provinz. Hallo Publikum: Wir sind wieder unter uns!

Klaus Gebler
per E-Mail