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| 18:56 Uhr

Lesermeinungen
Kraftakt

Zum Strukturwandel Von Lothar Meißner

„Dass der Kohleausstieg kontrovers geführt wird, überrascht nicht. Geht es doch um gut bezahlte Industriearbeitsplätze, die ersetzt werden müssen. Mit dem Schutz von Natur und Umwelt geht es aber andererseits auch um das Klima. Bereits mehr als 20 Jahre wurde das Thema von der Politik nicht ernst genug genommen. Jetzt drängt die Zeit! Deshalb muss es nun das Ziel sein, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle parallel bis zum Beginn der 30er-Jahre mit einem beispiellosen Kraftakt zu stemmen. Ein Festhalten an der Kohleverstromung bis in die 40er-Jahre hinein, wie unter anderen vom Verein Pro Braunkohle propagiert, wäre kontraproduktiv, weil damit wesentliche Entwicklungschancen für die Region vertan wären. Aber auch, weil sich sonst die Erde bis zur Unbeherrschbarkeit weiter aufheizen würde. Die schon heut zu spürenden dramatischen Klimafolgen wären später nicht mehr gutzumachen. Für alles wäre es dann zu spät. Schließlich brauchen wir auf einem toten Planeten auch keine Arbeitsplätze mehr.

Auch wenn es die Kohlelobby anders sieht: In Zukunft werden wir Strom von Sonne, Wind und Wasser beziehen. Versorgungsunsicherheiten können ausgeglichen werden durch Netzausbau und die Erhöhung der Anzahl der Speicher, die mit deren Weiterentwicklung und Kapazitätserhöhung einhergehen muss. Auch die Senkung des Verbrauchs durch jeden Einzelnen spielt eine entscheidende Rolle. Man muss das aber auch wirklich wollen.

Es bleibt festzustellen: Wer sich heute noch auf Dauer an die Braunkohle klammert, verweigert sich der Ansiedlung zukunftsträchtiger Arbeitsplätze.