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| 19:06 Uhr

Kommentar zu weltweiter Drogenrazzia
Ungeahnte Schlagkraft

 Günther Marx
Günther Marx FOTO: MOZ
Seit Jahren floriert der internationale Handel mit Dopingmitteln für Spitzen- und Freizeitsportler, aber auch der Absatz gefälschter Medikamente und von Hormonpräparaten für die Tiermast hat immer weiter zugelegt.

Es ist ein gigantischer Markt, ein Multi-Milliarden-Geschäft. Das zeigen schon die jetzt genannten Mengen, die innerhalb kurzer Zeit bei der Groß-Razzia, unter anderem gegen 17 organisierte Banden und neun Drogenlabore, sichergestellt worden sind: 24 Tonnen Stereoidpulver für den Muskelaufbau beispielsweise, und dazu 3,8 Millionen Einzelsubstanzen.

Wenn es bisher ein Kampf gegen Windmühlen war, dann demonstrieren die europäischen Strafverfolgungsbehörden nun mit ihrem erstaunlich gut vorbereiteten und koordinierten Vorgehen in 33 Ländern eine ungeahnte Schlagkraft – und Lernfähigkeit. In Zeiten bestens organisierter illegaler Netzwerke helfen keine Nadelstiche. Wenn überhaupt, kann nur eine gemeinsame Strategie zum Erfolg führen.

Die massiven Einsätze mit zahlreichen Verhaftungen werden die Szene zumindest verunsichern, Anklagen, Prozesse und Verurteilungen können durchaus für Abschreckung sorgen. Psychologisch wichtig ist deshalb, dass der „Operation Viribus“, deren Namensgebung die Konzentration der Kräfte symbolisiert, weitere folgen.

31 europäische Länder, die USA und Kolumbien standen diesmal im Fokus der Europol-Ermittler. Die Dopingindustrie ist allerdings weltumspannend. So lange also ganz Asien und Russland auf der Liste der Ermittler fehlen (weil sie dort keinen Zugriff haben), gibt es für die kriminellen Strukturen noch genügend Ausweichmöglichkeiten. ⇥politik@lr-online.de