ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:32 Uhr

Leserbrief
Kernaussagen sind richtig

Bertelsmann-Studie zur Krankenhausversorgung Von Prof. Dr. Hjalmar Steinhauer, Cottbus

Die Aussagen der Bertelsmann-Stiftung in der Studie zur „Zukunftsfähigen Krankenhausversorgung“ sind nicht neu. Wenn in der Studie aber die Schließung von über der Hälfte aller deutschen Krankenhäuser empfohlen wird, führt dies zu Ängsten und reflexartiger Ablehnung.

Auf die Lausitz bezogen muss bedacht werden, dass die Ergebnisse der in der Bertelsmann-Studie untersuchten Modellregion Köln/Leverkusen mit über 2,2 Millionen Einwohnern und 45 Krankenhäusern nicht auf Südbrandenburg übertragen werden kann. 22 der untersuchten Krankenhausstandorte befinden sich dort innerhalb der Stadt Köln. Die Verteilung von Kliniken in der Lausitz ist eine völlig andere!

 Dessen ungeachtet sind Kernaussagegen der Studie richtig und durch den Vergleich mit ähnlich strukturierten Regionen, zum Beispiel in Skandinavien, belegbar.

Um eine gute medizinische Versorgung für alle Patienten zu gewährleisten, müssen hochspezialisierte Leistungen in Kliniken der Schwerpunktversorgung zentralisiert werden. Ich denke hierbei zum Beispiel an Neurochirurgie, Neuroradiologie, invasive Kardiologie, Gefäß- und Thoraxchirurgie oder Genomanalyse zur Unterstützung der Tumortherapie. Durch die Kooperation vieler Fachdisziplinen lässt sich die Behandlung jedes einzelnen Patienten verbessern.

Dies heißt aber nicht, dass kleine Krankenhäuser in der Region zwangsläufig geschlossen werden müssen. Auch sie können sich spezialisieren und bei entsprechender Fachkompetenz hochwertige medizinische Leistungen anbieten, zum Beispiel in Bereichen wie Psychiatrie, Psychosomatik oder Geriatrie.

 Weitere Fachkompetenz könnte durch digitale Anbindung an ein Schwerpunktkrankenhaus oder eine telemedizinische Mitversorgung gesichert werden.

Da der Schwerpunkt der Medizin in Zukunft noch stärker auf ambulanter Therapie liegen wird, können diese Krankenhäuser ein besonderes Gewicht auf die hochwertige ambulante Versorgung legen, in Einrichtungen, die den ehemaligen Polikliniken entsprechen. (...)