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| 19:39 Uhr

Lesermeinung
Keine fachfremden Besserwisser

Zum Beitrag „In Deutschland soll es wieder mehr summen und brummen“, LR vom 5. September, Seite 8 Von Hans-Jürgen Gresch

Manche Menschen finden Verbote gut, weil Verbote ihnen die eigene Verantwortung abnehmen. Genau diese Menschen adressieren viele Abgeordnete der CDU/CSU, SPD, Linken und Grünen derzeit. Allen voran die Ministerinnen im Landwirtschafts-, Umwelt und Forschungsministerium. Fliegen, Diesel fahren, Fleisch essen – was nicht in die eigene Weltvorstellung passt, ist in der Debatte schnell rechts. Wenn die schweigende Mehrheit immer lauter schweigt, hat es die laute Minderheit einfacher, ihre Weltansichten zum Mainstream zu machen. Frei von Fakten wird so einer nachhaltigen (Land-)Wirtschaft der Boden entzogen.

Mit dem „Insektenschutzprogramm“ wird zugleich der Grundstein für die Zwangsökologisierung der Landwirtschaft gelegt. Basis dafür ist die Behauptung, die Verbraucher würden nach mehr Bio-Lebensmitteln verlangen. In der Realität sind allerdings über 90 Prozent der Verbraucher nicht dazu bereit und/oder in der Lage, mehr Geld für Bio-Lebensmittel auszugeben. Das umfangreiche Agrar-Paket ist ein Ergebnis des gerade herrschenden Mainstreams.

Das Problem ist, dass die politische Meinungsbildung gerade den Pfad der Wissenschaft und der Aufklärung in Richtung pseudoreligiöser Dogmen und „gefühltes Wissen“ verlässt. Die heimische Landwirtschaft wird Stück für Stück liquidiert, von Models, die Ministerinnen spielen. Wir brauchen keine Ideologien, wir brauchen auch keine fachfremden Besserwisser. Wir brauchen einen Strategiemix. Effizienter und umweltverträglicher Landbau ist nachhaltiger als ökologischer Landbau. Es ist eine kalte Enteignung von Grund und Boden, die Zwangseinführung der ökologischen Wirtschaftsweise bei gleichzeitiger Erleichterung von billigen Einfuhren aus Drittländern.