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| 18:54 Uhr

Lesermeinung
Hass und Hetze

Die Demo in Cottbus hat unterschiedliches Echo ausgelöst.
Die Demo in Cottbus hat unterschiedliches Echo ausgelöst. FOTO: Michael Helbig / dpa
Meinung Fluchtursachen bekämpfen

Der Angriff syrischer Jugendlicher

auf ein Cottbuser Ehepaar vor dem Blechen-Carré, die Attacke auf einen 16-jährigen deutschen Jugendlichen wenig später und die Demo des Bündnisses „Zukunft Heimat“ haben viele Leserreaktionen ausgelöst. Hier eine Auswahl:

Zur Kundgebung „Zukunft Heimat“: Sie hinterlässt ein bestürzendes Bild von so viel geballtem Hass und Hetze und zielgerichtet aufgebauter Bedrohungsszene. Das Leugnen der Organisatoren, dass es sich bei ihnen um Rechtsextremisten handelt, wurde noch auf selbiger Veranstaltung ad absurdum geführt: Journalisten und Mitarbeiter der Opferperspektive wurden bepöbelt, verfolgt und körperlich angegriffen. Dazu Reden voll undifferenzierten Vermischens von kritikwürdigen Zuständen in unserer Gesellschaft mit populistischen Forderungen, die an den Ursachen für diese Verhältnisse nichts ändern, also auch diese Zustände nicht.

Weder „Merkel muss weg“, „Grenzen dicht“ oder Abschiebungen machen die Welt wieder „heil“. Auch nicht die deutsche oder die Welt in Cottbus. Wer für sich mehr Gerechtigkeit, Lebenschancen, mehr Einkommen statt Aufstocken, Minijob oder Zeitarbeit im Arbeits- und dann im Rentnerleben, Kitaplatz und gute Bildung für seine Kinder usw. zu Recht erwartet von der Gesellschaft, muss sich für sozialere politische Verhältnisse im Land, die nicht Konzernwünschen, sondern Menschenbedürfnissen Rechnung tragen, einsetzen. Da reicht ein „Merkel weg“ nicht, und eine AfD hat auch nicht die Interessen der Arbeitenden auf ihrer Agenda. Man mache sich die Mühe, ihr Partei- und Wahlprogramm zu lesen. Es ist keineswegs die Partei der „kleinen Leute“. Im Gegenteil.

So lange wir Regierungen haben, die Rüstungskonzernen Hindernisse aus dem Weg räumen, tatsächlich künftig zwei Prozent des von den Menschen im Lande erarbeiteten Bruttoinlandsproduktes ohne unser Einverständnis für die Aufrüstung ausgeben wollen, trotz aller Verbrechen Panzer, U-Boote und Waffen an die Türkei, Saudi-Arabien, Ägypten liefern und wir nicht gegen diese Kungelei von Politik mit Profitinteressen massiven Widerstand leisten, werden auch immer weiter Menschen aus Kriegsgebieten fliehen. Ob uns das passt oder nicht, sie lassen sich auch nicht von „Grenzen dicht“ abhalten. Die Schuldigen sitzen in Konzernzentralen, Banken und Lobbyistensesseln und heißen nicht nur Merkel. Schon gar nicht sind die Flüchtenden schuld, sie nehmen ihr Recht als Menschen wahr. (...)

Sonja Newiak
Cottbus