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Gute Arbeit soll gerecht entlohnt werden

Niels Ullmann aus Lübbenau schreibt zu Diäten und Tariflöhnen:

Zurzeit laufen die Verhandlungen im öffentlichen Dienst. Der arbeitgeberseitige Verhandlungsführer, Thomas de Maizière, lehnt die Forderung der Gewerkschaft nach 3,5 Prozent mehr Gehalt als viel zu hoch ab. Dabei hat dieser Minister kurz vorher einer satten Zehn-Prozent-Diätenerhöhung für sich und die anderen 620 Abgeordneten im Bundestag als völlig normal zugestimmt. ( . . . ) Mehrfach wurden in Brüssel die Diäten der rund 725 Abgeordneten nach oben korrigiert. Zuletzt sogar rückwirkend bis in das Jahr 2012. Völlig in Ordnung, denn gute Arbeit soll gerecht entlohnt werden. Während die Regierung in Deutschland auch 25 Jahre nach dem Mauerfall noch immer am West-/Ostgehalt festhält - unterschiedliche Lebenshaltungskosten - gelten diese Unterschiede im EU-Parlament längst nicht mehr. Dort bekommen alle Abgeordneten aus 28 Ländern das gleiche Geld. Das führt zum Beispiel dazu, dass die Vertreter aus armen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien wesentlich mehr verdienen als ihr Staatspräsident. Das wäre so, dass ein Lehrer, der täglich zur Schule kommt, dafür sein Gehalt erhält. Wenn er dann sogar noch unterrichtet, gibt es für ihn ein Tagesgeld extra! ( . . . )