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Leserbrief
Gesunder Menschenverstand

Weißkeißel. Mit Interesse habe ich als ehrenamtlicher Bürgermeister Ihren Kommentar zum Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes gelesen. Ich gebe Ihnen Recht, dass Fehler machen menschlich ist. Nur hilft da auch der gesunde Menschenverstand. Ein High-Tech-Papierkorb für über 10 000 Euro das Stück, da müssen doch alle Alarmglocken klingeln, wenn ein gut gebrauchsfähiger Produkt für 300 Euro zu haben ist. Oder wenn vor einigen Jahren in der sächsischen Gemeinde Boxberg ein ehemaliges Freibad für rund 1 000 000 Euro zu einem Park umgenutzt wird, wo niemand hingeht. Schon bei den Kosten hätten alle Gemeinderäte den damaligen Bürgermeister zurückpfeifen müssen, von Konzept mal ganz zu schweigen. Andreas Lysk

Deshalb ist diese Kritik richtig. Manchmal wünsche ich mir, dass die Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden, dann würde der gesunde Menschenverstand öfter genutzt werden.

Im Baubereich trifft der gesunde Menschenverstand oder die gute fachliche Praxis auf den Regelungswahnsinn in unserem Land bei öffentlichen Bauten. Darüber könnte man allein ein Buch schreiben. In unserer Kindertagesstätte haben wir Heizkosten von rund 20 000 Euro im Jahr. Im Zuge einer notwendigen Sanierung mussten wir das Gebäude ernergetisch „ertüchtigen“. Die Kosten dafür beliefen sich auf knapp 200 000 Euro. Nichts gegen die Einsparung von Energie, aber nicht um jeden Preis! Nach wieviel Jahren rechnet sich diese Maßnahme, wenn wir zehn Prozent einsparen? In wirtschaftlichen Unternehmen sind solche Entscheidungen undenkbar.