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| 19:24 Uhr

Unser besonderes Verhältnis
Friede geht nur mit Russland

Kretschmer bei Putin

Der Kommentar und eine Analyse zu Kretschmer und Russland in der LR vom 11. Juni irritieren mich. In Russland tobten sich Napoleon und die Mächte des Ersten Weltkriegs und Deutschland im Zweiten Weltkrieg aus. Wir betonen zu recht unser ganz besonderes Verhältnis zu Israel nach den schlimmen Verbrechen des NS-Regimes an jüdischen Bürgern. Wie sehr müssten wir uns um ein besonderes Verhältnis zu Russland mit einem Vielfachen an von uns verschuldeten Opfern (23 Millionen Tote) bemühen! Was macht Frau Keilholz? Sie schießt geschichtsvergessen Sperrfeuer, wenn sich jemand, hier MP Kretschmer aus Sachsen, für ein besseres Verhältnis zu Russland einsetzt. Das tut sie mit bösen Tricks, indem sie die Ukraine-Geschichte vom Ende her erzählt, den Russen alle Schuld zuschiebt und den Anfang, den mit fünf Milliarden Dollar ermöglichten US-Putsch „vergisst“. Ist es nicht verständlich, wenn Russland nach seinen leidvollen geschichtlichen Erfahrungen die Krim samt Stützpunkt der Schwarzmeerflotte und der überwiegend russischen Bevölkerung nicht einem US-Putsch überlässt, einem Putsch, der die kulturelle Zweiteilung der Ukraine brutal ausnutzte? Ist es nicht verständlich, wenn die Russen im östlichen Teil der Ukraine ihre Muttersprache behalten wollen (Poroschenko wollte nach dem Putsch dort Russisch als Amtssprache streichen) und nicht von halbfaschistischen Teilen der Poroschenko-Truppe regiert werden wollen? Frau Keilholz sollte erst einmal in ihrer Analyse den nun immer besser erkannten Massenmord durch halbfaschistische Mordschützen auf dem Maidan bewerten, der den Umsturz ermöglichte. Ihr Kommentar ist ihre Meinung, okay, aber eine Analyse sollte korrekt sein. Die USA müht sich mit ihren mächtigen Möglichkeiten um Regime Change in Russland. Aber Friede geht nur mit und nicht gegen Russland.

Michael Ziegler, Cottbus