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Freund oder Feind – wie es gerade passt

Uwe Vogt aus Gießmannsdorf schreibt zur Lage in Nahost: Der Kampf um die Befreiung der Millionen-Stadt hat begonnen. Armee und regierungstreue Milizen haben die Stadt eingekesselt und versuchen, diese von den Terroristen zu befreien.

Unterstützt werden sie dabei von Kampfflugzeugen verbündeter Streitkräfte. Allerdings eine Millionenstadt zu befreien, heißt Häuserkampf. (. . . Sie nehmen Zivilisten als menschliches Schutzschild, also auch Frauen und Kinder. Mit ihrer schweren Bewaffnung schießen sie auch aus Schulen und Krankenhäusern. Wie sollen hier die Terroristen besiegt werden? Ohne massive Bomberunterstützung ist es nicht möglich. Machen wir uns nichts vor. Um eine Millionenstadt zu befreien, wird es sehr viele Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung geben. Das ist Krieg, und im Krieg sind die Verluste unter der Zivilbevölkerung am größten. Aber um welche Stadt handelt es sich aktuell? Ist es Mossul im Irak oder Aleppo (Ost) in Syrien? Eigentlich gibt es nämlich keinen Unterschied. In beiden Städten versucht die dortige Regierung, die Terroristen in der jeweiligen Millionenstadt zu vernichten. Trotzdem gibt es einen medialen und politischen Unterschied, wie der Nahost-Experte Michael Lüders erst kürzlich treffend feststellte: "Es ist übrigens interessant, darauf zu verweisen, das in Mossul dieselben islamistischen Dschihadisten bekämpft werden, die im Osten Aleppos als Freiheitskämpfer gelten, weil sie dort gegen das Regime von Baschar al-Assad kämpfen. . . . gute Terroristen dort, wo es nützlich ist, aber böse Terroristen, wo es nicht ins eigene machtpolitische Kalkül passt. . .!"

"Projekt Großkreis" unbedingt überdenken

Gisela Lehmann aus Uebigau schreibt zu "Katzenjammer im Mecklenburger Monsterlandkreis" über die ernüchternde Bilanz der dortigen Gebietsreform (LR vom 8./9. Oktober):

Dieser Artikel besagt eigentlich alles. Die Politiker unseres Bundeslandes sollten jetzt die Notbremse ziehen. Ich finde, man kann die Erfahrungen anderer Bundesländer ruhig annehmen und muss nicht die gleichen Fehler machen. Dieser Artikel schildert genau, wie es bei uns im Süden Brandenburgs kommen wird. Ich wünsche mir, dass unsere Politiker, die unsere "Lausitzer Rundschau" lesen, das "Projekt Großkreis" überdenken. Auch sollte bei der Gelegenheit an die Arbeit der Ehrenamtlichen gedacht werden, insbesondere die der Abgeordneten. Der Fahrtweg wird sehr lang werden, und die Freizeit wird sich verkürzen. Werden wir noch Abgeordnete finden?

Manchmal funktioniert Demokratie doch

Sybille Tetsch schreibt zu "Warum Ceta an den Wallonen scheitern kann" (LR vom 25. Oktober):

Der Artikel erschien unter der Rubrik "Meinung und Hintergrund - Die Rundschau erklärt". Vielleicht erklärt ja der Abdruck unter dieser Rubrik die Verwendung von Worten und Satzteilen, die meiner Meinung nach sehr subjektiv über das Geschehen (. . .) berichten. Sollte Presse nicht frei von "Meinungsmache" sein? Warum ist es ein "Debakel", sollte das Ceta-Abkommen scheitern? Warum steht die EU vor irgendwelchen "Trümmern"? Ich bin froh, dass zumindest manchmal die Demokratie noch zu funktionieren scheint. Sollte man nicht darüber berichten? Da gibt es Regeln, die einmal vereinbart worden sind. Und nun hält sich ein winziger Staatenteil in Europa ganz einfach daran und macht von seinen Demokratierechten Gebrauch. Warum brandmarken Sie das als "großes Debakel"? Vielleicht sind Sie anderer Meinung, ich sehe darin eher riesige Chancen für ein gerechteres Europa.

Mehr Furcht vor bewaffneten 14-Jährigen

Hannelore Laubmann aus Cottbus schreibt zu den Grusel-Clowns:

Die Aktionen der Grusel-Clowns sind sicher kein Spaß mehr und bringen nur auf primitive Art das Geltungsbedürfnis dieser Akteure, denen sonstige Erfolgserlebnisse fehlen, zum Ausdruck. Noch mehr erschreckt mich allerdings die Tatsache, dass ein 14-Jähriger eben mal schnell ein Messer zur Hand hat und brutal zusticht. Vor solchen Jugendlichen fürchte ich mich mehr, der Clown-Hype wird vorübergehen.

"Reichsbürger" nicht leichthin abtun

Helmut Wolf aus Guben schreibt zu ",Reichsbürger'" schießt auf Polizisten" (LR vom 20. Oktober):

(. . .) Das Thema "Reichsbürger" sollte man nicht unter den Tisch kehren. Denn längst haben die Sicherheitorgane erkannt, dass man diese Leute nicht nur leichthin als Spinner abtun sollte. Deutlich zeichnet sich ab, dass sich unter dem Deckmantel der "Reichsbürgerschaft" auch Neonazis und andere nationalistische Kräfte verbergen. Deshalb müssen die Sicherheitorgane sich gründlich mit diesem Phänomen beschäftigen, um zu verhindern, dass sich solche republikfeindlichen Strömungen weiterentwickeln und unsere Ordnung gefährden. (. . .)