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Lesermeinung
Formularsprache geschlechtsneutral

Kundin bleibt Kunde

Zu „Gericht: Kundin bleibt weiter Kunde“ (LR, 14. März): Ihr Bericht, dass laut Urteil des BGH „die Formularsprache männlich“ bleibt, schafft leider noch nicht die mögliche Klarheit, weil diese Formularsprache doch geschlechtsneutral ist. Ein Wort ist doch nur die Bezeichnung für einen Begriff (vergleiche: Friedhart Klix, „Erwachendes Denken“, Berlin 1983). Daher kann mit der Bezeichnung „der Kunde“ vollkommen geschlechtsneutral jede menschliche Person bezeichnet werden, die eben zur Kundschaft eines Unternehmens gehört. Die Gleichberechtigung der Geschlechter lässt sich in keiner Weise durch die vergeblichen Versuche einer geschlechtergerechten Umgestaltung der Sprache erreichen, die in den vergangenen Jahrzehnten in Mode gekommen sind. Es kann ganz einfach dabei bleiben, dass zum Beispiel unter dem Wort „Lehrer“ sowohl Lehrerinnen als auch männliche Lehrer verstanden werden können.

Lutz von Grünhagen
Cottbus