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Flüchtlings-Aufnahme humanitäre Pflicht

Werner Erbe aus Cottbus reagiert auf die Lesermeinung "Grenzen der Belastbarkeit erreicht" (LR vom 18. März):

Zu den traurigsten Tatsachen der Gegenwart zählen Kriege, bewaffnete Konflikte und soziale Katastrophen in unserer Welt.

Daher erleben wir die größten Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg. Darum sehe ich in der Aufnahme von Flüchtlingen eine humanitäre Pflicht und Aufgabe der Länder der EU, darunter auch der Bundesrepublik Deutschland. Statt wie im Beitrag von Herrn Gallasch, in dem er eine Gefahr für den sozialen Frieden durch die gegenwärtige Aufnahme von Flüchtlingen sieht, sollte es uns darum gehen, sie freundlich aufzunehmen, ordentlich unterzubringen und ihnen zu helfen, sie in ihrer neuen oder zeitweiligen Heimat zu integrieren. Erfreulich ist, dass sich dieser Aufgabe viele hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter von Organisationen in unserem Land erfolgreich stellen. Auch ist es schlicht unwahr, wenn im Beitrag behauptet wird, wegen der Aufnahme von Flüchtlingen müssten unsere Sozialsysteme ständig aus Steuergeldern aufgefüllt werden, das den Bedürftigen bei uns letztlich fehle. Viele Flüchtlinge, wie aus Syrien, kommen aus ihren Ländern mit einer guten Qualifikation und werden nach gelungener Integration willkommene Fachleute sein in unserer Wirtschaft, die wegen der ungünstigen Alterspyramide immer dringender Arbeitskräfte sucht. Ich stimme dem Verfasser zu, Integration ist ein langwieriger Prozess, der nur gelingt, wenn Einheimische und Einwanderer aufeinander zugehen. Unter schwierigen Bedingungen gelang es nach dem Zweiten Weltkrieg, die sehr große Zahl von Heimatvertrieben im Land Brandenburg zu integrieren. Noch heute äußern sich viele von ihnen dankbar für die solidarische Aufnahme. Nach meiner Ansicht gibt es in der Zuwanderung noch viele Probleme durch Politik und Gesellschaft zu lösen: Verhinderung, dass viele Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen ertrinken, Schaffung eines einheitlichen Einwanderungsrechts in der EU mit einer quotenmäßigen Aufnahme für alle Länder und mehr Unterstützung durch Bund und Länder für die Kommunen.