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Europas Grenze verläuft zwischen Arm und Reich

Philipp Höhne aus Gablenz schreibt auch zu Griechenland:

Dass bald der deutsche Steuerzahler für die Schulden Griechenlands aufkommen muss, ist das Totschlagargument gegen die Fiskalpolitik der neuen griechischen Regierung. Aber "der Steuerzahler" hat dort noch gar kein Geld eingesetzt. Die Bundesregierung hat das Geld für Minizinsen geliehen und weiter verliehen. Wenn also "die Troika" Griechenland weiter in den Abgrund treibt, nur dann bekommt Deutschland das Geld nicht zurück. Außerdem: Wer wurde denn bisher gerettet? In Griechenland schrumpfte die Wirtschaft um 25 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg um 100 Prozent. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen und der Schuldenanteil gestiegen. Gerettet wurden die Banken, die Investmentfonds und privaten Geldspekulanten. Und weil das auch weiter Priorität hat, sollen nicht nur die Griechen, sondern alle Europäer sparen, sparen, sparen und den Kapitalbesitzern eine ordentliche Rendite sichern. Die Grenze verläuft also nicht zwischen Deutschen und Griechen, sondern in ganz Europa zwischen Arm und Reich. Und damit das so bleibt, schießt sich die Bundesregierung auf die neue linke griechische Regierung ein. (. . .)