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EU schwächt Wirtschaftswachstum

Gerhard Vogel aus Spremberg schreibt zum Weltwirtschaftsforum in Davos:

Allgemein ist ein Weltwirtschaftsforum immer zu begrüßen. Es ist deshalb sehr bedauerlich, dass der erste Repräsentant Russlands an diesem Forum nicht teilgenommen hat. Doch was sollte seine Teilnahme unter Beachtung der gegen sein Land ausgesprochenen Sanktionen auch zum Ziel haben. Es steht doch außer Zweifel, dass damit die EU alles tut, um das Wirtschaftswachstum in Europa entscheidend zu schwächen. Ich frage mich täglich, in wessen Interesse die vielseitigen Sanktionen und eventuelle Erweiterungen liegen und was dadurch erreicht werden soll. Insbesondere im Osten Deutschlands zerstören sie selbstverständlich die nach dem Jahre 1990 mühselig aufgebauten Wirtschaftsbeziehungen. Die Menschen in den betroffenen Betrieben leiden darunter erheblich. Ich kann mich auch nicht über die dadurch ständig verschlechternden Lebensbedingungen der russischen Bevölkerung freuen. Der vonseiten der EU und der Nato erwartete Aufstand der Bevölkerung Russlands gegen Herrn Putin und seine Regierung wird sicher nicht erreicht. Das haben die Menschen in Russland während ihrer Geschichte insbesondere während des Zweiten Weltkrieges bewiesen. Ich denke dabei nur an die Einschließung Leningrads - jetzt Petrograds - durch die damalige deutsche Wehrmacht. Die Menschen haben dort, trotz laufender Bombardements, Hunger, Not, Elend und vieler Toter, rund 900 Tage - bis zu ihrer Befreiung durch die Rote Armee - Widerstand geleistet. Das deutsche Volk müsste in Anbetracht ihrer Geschichte deshalb heute gemeinsam mit Russland gemeinsam so hart für den Frieden in Europa kämpfen, wie sie von 1941 bis 1945 gegeneinander gekämpft haben. Das war jedenfalls das Ziel unserer Völker nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Grundsatz "Frieden mit Russland zu halten", verfolgte bekanntlich auch Otto von Bismarck während seiner gesamten Regierungszeit.