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| 17:04 Uhr

Lesermeinung
Erinnerungen an die DDR

Wahlen und ihre Ergebnisse

(...) Ich fand den Artikel sehr gut, objektiv, und auch die ausgestreckte Hand, die man Russland anbieten sollte, wurde erwähnt. Putins Wiederwahl muss man ja wohl nicht besonders erwähnen, war doch zu erwarten.

Ich kenne die Wahlen in der ehemaligen DDR zu genau. Die Bürger wurden gedrängt, zur Wahl zu gehen bis zu einer bestimmten Uhrzeit, möglichst gleich früh. Ehrensache.Menschen wie Zeugen Jehovas, von denen man wusste, sie gehen grundsätzlich nicht zur Wahl, bekamen automatisch ihr Häkchen, das heißt, sie haben gewählt! Ich traue mich fast nicht, Ihnen das zu mailen. Der Schoß ist fruchtbar noch, zitiert Herr Baumeister Brechts Aussage, wie recht er hat.

Ich habe die Nazis erlebt und den Kommunismus. Mein Vater wurde als 1000-jähriger Fleischermeister beschimpft, nur weil wir Kinder vergessen hatten, auf einem alten Rechnungsblock einige Seiten die A.-Hitler-Straße durchzustreichen, vor der Wiedereröffnung unserer Fleischerei nach dem Krieg. Ich habe die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft (Großeltern), die Enteignung von Großbauernhöfen (Verwandtschaft) und Vertreibung von Fabrikbesitzern, denen alles Mögliche vorgeworfen wurde, nur um an ihr Eigentum zu kommen, erlebt. Eigentum ist Diebstahl, bekannter Slogan.

Mein Vater flüchtete nach Westberlin, er wurde von einem guten Freund vorgewarnt. Wurde dort beschattet und eines Tages in die U-Bahn verbracht. Die erste Station im Osten war sein Ende (Gefängnis).

Russland ist ein großes Land und nicht leicht zu regieren, denke ich. Der Himmel ist hoch und der Zar weit, hieß es früher. Vielleicht schafft es Putin noch einige Jahre, damit der Friede in der Welt erhalten bleibt. Ich wünsche es uns und den weiteren Generationen.

Rosemarie Gratz
per E-Mail