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| 18:48 Uhr

Lesermeinung
Eine Zumutung für die Öffentlichkeit

Prozess gegen Zschäpe

Es ist höchst kritikwürdig, was der deutschen Öffentlichkeit mit dem Prozessverlauf gegen Zschäpe zugemutet wird. Seit Mai 2013 läuft das Verfahren, in dem mehr als 600 Zeugen gehört wurden. Die Kosten je Prozesstag werden auf 150 000 Euro geschätzt und als Gesamtkosten des mehr als fünf Jahre dauernden Prozesses inzwischen etwa 65 Millionen Euro erwartet. Das sollte dem Steuerzahler erklärt werden. Fünf Pflicht- und Wahlverteidiger gaben als Anwälte ihr Bestes, sie verdienten und mühten sich über die Zeit zu beweisen, dass die Angeklagte nicht das über zwei zehnfache Mörder wusste, mit denen sie seit 1998 14 Jahre Jahre im Untergrund zusammen lebte, als sie tatsächlich gewusst hat und von den Anklagevorwürfen nichts übrig zu lassen. Nach dem Tod ihrer beiden Lebensgefährten steckte sie ihr Zwickauer Versteck in Brand und stellte sich danach der Polizei. All die Jahre der Prozessdauer hat sie geschwiegen, ohne Gefühle, Scham und Reue zu zeigen und wandte artig dem Münchener Oberlandesgericht den Rücken zu, wie wir uns alle an Fernsehbilder erinnern. Niemand zwang sie zu anderem Verhalten. Der Staat hat hier Versäumnisse zu verantworten...

Kurt Noack
Gross- Kölzig