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| 18:55 Uhr

Lesermeinung
Eine Krankenkasse reicht aus

Zu hohe Finanzreserven

Zu „Spahn will Patienten entlasten“ (LR, 24. April): Der von Herrn Spahn angedachte Abbau der ­Rücklagen ist schon lange überfällig. Vergessen sollte er dabei nicht die Rücklagen im Gesundheitsfonds. Übrigens muss die Höhe der Zusatzbeiträge von den jeweiligen Behörden genehmigt werden. Warum in den zurückliegenden Jahren trotz bereits vorhandener Rücklagen Genehmigungen für so hohe Zusatzbeiträge erfolgten, erschließt sich mir nicht.  Das ganze System der Krankenversicherung ist eigentlich reformbedürftig, aber immer wieder wird auf Befindlichkeiten Einzelner Rücksicht genommen. Für den Bürger ist das Prozedere der Beitragseinziehung und anschließenden Geldverteilung nicht nachvollziehbar. Die Frage ist eigentlich, warum das Geld in einen Gesundheitsfonds fließt und anschließend über einen Verteilerschlüssel wieder an die Krankenkasse zurückfließt. Das Wirrwarr wird komplett durch ein hoch kompliziertes System der Abrechnung zwischen Arzt und Krankenkasse über die Kassenärztliche Vereinigung. Um Kosten zu sparen, sollte also eine Einheitskasse für alle gesetzlich Pflichtversicherten geschaffen werden, es gibt ja auch nur eine Rentenversicherung. Das Gezerre um unterschiedlich kranke Patienten hat  sofort ein Ende. Es entsteht ein schlagkräftiger Gegenpartner zur Pharmaindustrie und den Ärzteverbänden. Die Abrechnung der Leistungen kann dann patientenbezogen direkt zwischen Arzt und Kasse erfolgen.

Reinhard Schulze
Bad Muskau