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| 17:51 Uhr

Herzberg
Ein trauriger Gottesdienst

Zu dem RUNDSCHAU-Artikel „Pfarrerin soll Herzberg verlassen“ vom 27. April schreiben Veronika und Dieter Donath aus Herzberg:

Zur Andacht am Freitag, den 20. April, nach Altherzberg waren viele Gemeindemitglieder gekommen. Auch wir waren anwesend und konnten es nicht glauben, was uns dort kundgetan wurde von den Verantwortlichen der EKM Herrn Michael Lehmann aus Erfurt und des Superintendenten Herrn Christof Enders aus Bad Liebenwerda.

Von einem Widerstand gegen die Pfarrerin Anika  Scheinemann-Kohler haben wir lediglich etwas vom Hörensagen mitbekommen. Dabei gibt es jedoch nicht Widerstand der Gemeindemitglieder aus Herzberg und Umgebung im Allgemeinen, sondern von einigen wenigen Mitgliedern des Gemeindekirchenrates zu Herzberg.

Für uns unverständlich, wenn Antipathie und eigene persönliche Interessen über das Gemeinwohl aller gestellt werden.

Wir haben an diesem Tage dort unser Unverständnis über diese getroffene Entscheidung zum Ausdruck gebracht.

Wir waren als Gemeindemitglieder und Ehrenamtliche schockiert, betroffen und enttäuscht, wie so etwas in einer christlichen Gemeinde überhaupt möglich ist und fragten uns immer wieder: „Wenn für unsere Pfarrerin 14 Ja-Stimmen und nur sechs Nein-Stimmen waren, warum fiel die Entscheidung trotzdem gegen sie aus?“

Die meisten von uns waren froh, nach dem Weggang von Fr. Dr. Noetzel endlich eine Pfarrerin gefunden zu haben, die den Glauben nicht nur predigte, sondern auch vorlebte, indem Jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten seinen Platz in der Gemeinde finden konnte. Auch die älteren Gemeindemitglieder (Senioren) fühlten sich aufgenommen und verstanden.

Warum wurde die Meinung Weniger gegen die Meinung Vieler aufgewogen?

Was macht die Zusammenarbeit zwischen Pfarrerin und Gemeindeleitung kompliziert?

Auf diese Fragen bekamen wir leider  keine konkreten nachvollziehbaren Antworten!

 Es war ein trauriger und beschämender Gottesdienst, bei dem mit der Bekanntgabe der Entscheidung: „Frau Scheinemann-Kohler muss gehen, um sich in einem anderen Pfarrbereich erneut zu bewähren“, sich unter den vielen Anwesenden Enttäuschung breitmachte und viele dies dort auch zum Ausdruck brachten.

Wir können uns mit dieser Entscheidung weder abfinden noch identifizieren. Der ständige Wechsel der Pfarrstelle dient auch nicht gerade dem Zusammenhalt in einer Gemeinde, die sich immer wieder neu auf andere Personen einstellen muss und soll.

Wir hoffen inständig, dass diese Entscheidung noch einmal geprüft und überdacht wird.

Ansonsten stehen wir hinter unserer Pfarrerin und wünschen ihr weiterhin viel Kraft und Mut für die kommende Zeit.

Veronika und Dieter Donath, Herzberg