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Leserbrief
Ein Tag, der Eindruck hinterließ

Gymnasiasten besuchen den Martinshof in Rothenburg

Die Menschen wohnen hier nicht, sie leben, lieben und lachen. Dies ist das Leitmotiv der diakonischen Einrichtung in Rothenburg und unterscheidet sie daher von den herkömmlichen Einrichtungen.

Wir, die Schüler der Klassenstufe 10 der Christlichen Schule Johanneum haben die Möglichkeit gehabt, einen besonderen Einblick in das Leben auf dem Martinshof zu bekommen. Das familiäre Miteinander und die fürsorgliche Atmosphäre haben bei vielen von uns besondere Eindrücke und Erlebnisse hinterlassen. Trotz der kurzen Zeit konnten wir in Gruppen in verschiedene Bereiche der Einrichtung eintauchen. Wir erlangten Einblicke in das Leben von geistig sowie körperlich beeinträchtigten Menschen – Senioren und Kindern.

Einen besonderen Eindruck auf mich haben die Wohngelegenheiten hinterlassen. Anstelle des gewohnten Klischees, mit etwa 15 Leuten auf einer „Station“ leben auf dem Martinshof höchstens sechs Leute in einer Art WG. Die Menschen haben somit die Möglichkeit zusammen zu kochen, Karten zu spielen oder fernzusehen. Aktivitäten wie Reiten, Schwimmen, Sport oder handwerkliche Arbeiten können ebenso auf dem Hof verrichtet werden. Der zuvor bei uns bestehende Eindruck von Altersheimen oder Einrichtungen, in denen behinderte Menschen wohnen, wurde komplett umgestaltet. Auf uns wirkten die Sozialarbeiter sehr liebevoll und machten gegenüber den „Betroffenen“ einen vertrauten Eindruck. Das Gespräch mit zwei Männern, die an Spastik leiden, berührte uns sehr. Im Ganzen hat der Tag viele positive Eindrücke und Erlebnisse bei uns hinterlassen. Wir konnten Erfahrungen für unsere spätere Berufswahl sammeln.

Chiara Steck, Schülerin der Christlichen Schule Johanneum Hoyerswerda