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| 18:49 Uhr

Lesermeinung
Differenzierterer Blick notwendig

Weniger Stundenausfall an Schulen Von Sebastian Rick

Vorweggesagt, bin ich kein Anhänger der These Churchills, dass man nur der Statistik glauben solle, die man selbst gefälscht habe. So belegt die in der LR zitierte Studie zum Unterrichtsausfall doch zumindest, dass es gelungen ist, den absoluten Unterrichtsausfall in Brandenburg leicht abzusenken. Dennoch lohnt sich ein kritischer Blick auf das Zahlenmaterial. Zwar fielen nur 2,3 Prozent der Stunden für die Schüler im Land Brandenburg komplett aus, doch sagt die Erhebung nichts über die Qualität der Vertretungsstunden aus. Schaut man sich die maßgebende Anleitung zum Ausfüllen des Erhebungs-Formulars „Vertretungsunterricht und Unterrichtsausfall“ des MBJS vom 21. Januar genauer an, so erfährt man hier, dass beispielsweise auch das Zusammenlegen von Klassen sowie die selbstständige Schülerarbeit (früher Stillbeschäftigung) nicht als absoluter Unterrichtsausfall gewertet wurden und somit nicht in der zitierten Statistik auftauchen. Die Qualität der Vertretung dürfte sich an dieser Stelle aber in Grenzen halten und keineswegs mit den ausgefallenen Unterrichtsstunden vergleichbar sein. Ein ehrliches Bild sieht anders aus. Um eine ungeschönte Einschätzung über die Lage zu bekommen, wäre es professioneller, den gesamten Ausfall an regulären Unterrichtsstunden nach dem Ersatzunterricht zu differenzieren. Nur so kann man ermessen, ob die Vertretung äquivalent ist. Und die Landesregierung kann der Behauptung vorbeugen, dass hier im Sinne Churchills etwas verfälscht werden musste.