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| 17:12 Uhr

Lesermeinung
Die Verlierer steigen auf

Es gab Groko-Alternativen

Es ist wahrlich keine leichte Entscheidung, die Verlierer der Wahl zur Regierung aufsteigen zu lassen; auch noch mit den „Häuptlingen“, die das Volk offenbar mit ihrem Wahlkampf und Auftreten nicht überzeugen konnten. Ich fand es mutig und folgerichtig, wenn Herr Schulz am Wahlabend die (oppositionellen) Konsequenzen zog, Frau Merkel findet diese Stärke nicht. So ergab sich für die „Kleinen“ (sind zurzeit nicht alle Parteien klein?) die Regierungschance; doch sie haben sie verspielt – nicht die FDP allein, auch die Unbeweglichkeit (und Überheblichkeit?) der Union war maßgebend. Der Bundespräsident sprach ein Machtwort – und die SPD befindet sich nicht ganz freiwillig wieder am Verhandlungstisch. Um für diesen Schwenk den Rückhalt durch die Partei zu erhalten, musste durch einen Sonderparteitag ein neues Mandat erteilt werden. Die kontroverse Diskussion zeigte die Schwere der Aufgabe. Nun soll ein Mitgliedervotum die Entscheidung bringen. Schlimm? Ich finde nicht. Immerhin werden fast eine halbe Million Bürger befragt (...). Auch ich hätte eine Minderheitsregierung akzeptiert. Die demokratischen Kräfte in Deutschland sind stark genug, wirkliche internationale und nationale Probleme in einer Regierungsunterstützung zu lösen. Nur hätte es von Frau Merkel Regierungsarbeit verlangt; das Suchen nach wechselnden Mehrheiten ist nämlich ein schweres Geschäft. Diesen mit Steinen gepflasterten Weg möchte Frau Merkel nicht gehen; es wäre ihre erste aktive Regierungsperiode! Die schlechteste Alternative wäre eine Neuwahl, das Ergebnis steht jetzt schon fest – es ist nicht anders als vorher, wenn nicht sogar schlechter für die demokratischen Parteien. (...)

Bernd Krokor
per E-Mail