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| 11:07 Uhr

Lesermeinung zur Energiewende in der Stromerzeugung
Die Lösung liegt auf dem Tisch

Grüne Idee treibt Strompreis weiter in die Höhe Von Klaus Grüneberg

Aus heutiger Sicht werden die Klimaschutzziele für 2020 durch Deutschland nicht eingehalten. Die Ursachen sind vielschichtig. Die Kohleindustrie hat seit 1990 den größten Anteil hinsichtlich der Einsparungen von NOx und CO2 erbracht. Weitere Einsparungen an CO2 wurden durch politische Entscheidungen leider verhindert, indem die Entscheidung zur CO2-Abspaltung und unterirdische Verbringung auf die Länderebene delegiert wurde, trotzdem die Energiewende ein bundesdeutsches Problem ist. Ein kapitaler Fehler der Bundespolitik. Des Weiteren kann aus heutiger Sicht eingeschätzt werden, dass für die Zeit der sogenannten Dunkelflaute auf absehbare Zeit, mindestens bis 2030, keine praktikablen Energiespeicher zur Verfügung stehen, um die erforderliche Grundlast und Netzstabilität zu sichern. Siehe auch Aussagen von Professor Schwarz von der BTU Cottbus/Senftenberg, der auf diesem Gebiet maßgeblich wissenschaftlich aktiv ist.

Die grüne Idee, die Dunkelflaute mit neu zu bauende Gaskraftwerken abzusichern, ist äußerst unwirtschaftlich und treibt den Strompreis weiter in die Höhe, denn Deutschland hat jetzt schon mit die höchsten Strompreise und wird international noch unwirtschaftlicher. Des Weiteren sind Gaskraftwerke mit Berücksichtigung der Gasgewinnung und des Gastransportes fast genau so umweltschädlich wie Braunkohlekraftwerke. Deshalb brauchen wir die CO2-Abscheidung zur Einhaltung der Klimaschutzziele und um Zeit zu gewinnen für die Umsetzung der mit Recht geforderten Strukturentwicklung, die mindestens ein Jahrzehnt braucht.

Die Entscheidung der CO2-Abschiebung und unterirdischen Verbringung ist von der Länderebene auf die Bundesebene zu heben. Die Bundesregierung muss entscheiden, dass die großtechnisch erfolgreich erprobte CO2-Abscheidung und unterirdische Verbringung auf Land oder Meeresboden zeitlich solange zur Anwendung kommt, bis praktikable Energiespeicher zur Verfügung stehen. Die vorhandenen Untergrundspeicher reichen mindestens bis 2050/60. Außerdem hat Norwegen genügend Untergrundspeicher angeboten. Einige Länder betreiben schon CO2-freie Kohlekraftwerke, wie z.B. Indien.

Wer wirklich am Klimaschutz mitwirken will, kann sich dieser Offerte nicht verschließen. Es ergeben sich folgende Vorteile: Die Klimaschutzziele werden für die Braunkohlenderstromung ab 2023 eingehalten. Das eingelagerte CO2 kann später einer industrietechnischen Verwendung zugeführt werden. Im kleinerem Maßstab passiert das heute schon. Für die Forschung, die hier am Ball ist, gewinnen wir kostbare Zeit. Zeit gewinnen wir auch für die Erforschung der notwendigen Energiespeicher sowie für die Strukturentwicklung, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Strukturbruch bleibt aus und wir haben mehr Zeit für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und das alles bei einer stabilen, sicheren und preiswerten Energieversorgung.

Die Lösung liegt auf dem Tisch, sie muss nur umgesetzt werden. Wir brauchen deshalb keine neuen Steuern, sondern weitere kluge technische Lösungen.