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| 02:46 Uhr

Die Lausitz schläft, Potsdam agiert

Dr. Jörg Fischer aus Bersteland schreibt zu den Beiträgen "Beste Grüße aus dem Hörsaal" (RUNDSCHAU vom 29. März) und "Der Speckgürtel von Potsdam und eine abgehängte Lausitz" (RUNDSCHAU vom 3. April):

Endlich hat es jemand ausgesprochen, dass die Region schläft. Aus meiner Sicht in zweifacher Hinsicht: Das Problem Hochschulen steht meines Erachtens in einer ganzen Reihe von Maßnahmen und Ereignissen, die aus Potsdam eingeleitet oder versucht werden, die Region zu schwächen - und Potsdam zum Zentralgestirn zu etablieren: 1. Der Protzbau des Landtages zeigt mir, man will nicht schlicht sein, man will, dass etwas royaler Staub die Damen und Herren adelt.

2. Ohne großes Aufheben wird die KV nach Potsdam verlegt, obwohl vor noch nicht allzu langer Zeit ein Neubau in Cottbus errichtet wurde.

3. Sportförderstätten wurden mit unhaltbaren Behauptungen aus Cottbus abgezogen.

4. Die Stadtverordneten von Cottbus schießen in Verkennung der Machtverhältnisse ein Eigentor, als sie den finanziellen Status des Staatstheaters ändern wollen. Das ist Dank der Öffentlichkeit und des Erkenntniszuwachses einiger Stadtverordneter noch mal gut gegangen. Auch Frau Kunst hat sich dann zu einem Lippenbekenntnis in Sachen Staatstheater durchgerungen. Man darf aber davon ausgehen, dass daran gearbeitet wird, dass das Hans-Otto-Theater Staatstheater wird. Zwei Staatstheater brauchen wir nicht.

5. Und nun geht's an die BTU. Dass eine Neuausrichtung und Profilierung unumgänglich ist, darüber herrscht ja Konsens. Die FH Senftenberg wird im Falle einer Fusion mindestens formaljuristisch aufgewertet. Mit diesem durchsichtigen Manöver kann sich Frau Kunst der Unterstützung durch die FH sicher sein. Schon der neue Name "Energie-Universität" ist lächerlich. Wenn die Ministerin glaubt, in die Nähe eines MIT zu kommen, ist sie etwas naiv oder dreist. Das Agieren der Ministerin zeugt im Übrigen nicht gerade von Souveränität. Anfangs behauptet sie, die Fusion sei durch die Kommission gedeckt. Nachdem sie widerwillig die entsprechende Textpassage des Kommissionsberichtes öffentlich machen muss, steht fest, dass sie die Unwahrheit gesagt hat. Eine solche Ministerin ist ihres Amtes nicht würdig. Über die Rolle des Cottbuser OB bin ich mir nicht sicher. Sein Widerstand gegenüber Potsdam ist mir einfach zu schwach (die fünfte Kolonne Platzecks?) Die Besetzung des Ministerpostens mit der ehemaligen Rektorin der Potsdamer Uni passt ja auch in diesen Kontext. Demgemäß zeigt der Artikel über den Wissenschaftsstandort Brandenburg doch sehr deutlich, wohin die Reise geht.

Der Mensch fügt der Natur mehr Schaden zu

Karl-Heinz Noack aus Hoyerswerda reagiert auf eine Lesermeinung unter der Überschrift "Wölfe haben in der Lausitz nichts zu suchen" (RUNDSCHAU vom 29. März):

Herr Schöbel hat offenbar zu viel Rotkäppchenmärchen und anderes gelesen, dass er den Wolf als blutrünstiges Raubtier darstellt. Der Mensch fügt der Natur bedeutend mehr Schaden zu, durch rücksichtslose Ausbeutung der Natur, wobei die Vermüllung der Wälder noch dazukommt. Will er auch den Straßenverkehr abschaffen? (. . .) Vor einigen Tagen kam die Meldung, dass pro Jahr 200 000 Rehe allein durch den Straßenverkehr umkommen. Rechnen wir mit circa 50 Wölfen in der Lausitz, vielleicht sind es einige mehr, bei 40 000 Rehen, da ja nicht alle in der Lausitz überfahren werden, haben die Wölfe ganz schön zu tun, um den gleichen Schaden wie die Kraftfahrzeuge anzurichten.

Kein Massentourismus im Spreewald

Hans Stolze aus Lübbenau schreibt zum Artikel "Von der Südseelagune zur Spreewald -Wanderung" über das Umfeld des Freizeitparks Tropical Islands (RUNDSCHAU vom 22. März):

(. . .) Diesen sogenannten Massentourismus verkraftet der Spreewald mit seinen speziellen Gegebenheiten als ökologische Besonderheit nicht. (. . .) Das Lausitzer Seenland, Tropical Islands und die weitere Gestaltung der Kurgemeinde Burg im Stil moderner Hochbauarchitektur lassen den Spreewald als natürliches Sumpflandschaftsgebiet in seiner Vielseitigkeit weniger zur Geltung kommen. Die Einmaligkeit wird einge schränkt. (. . .)