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Der Krieg in Syrien und kein Ende

Uwe Vogt aus Gießmannsdorf schreibt zum Thema Syrien: Nun ist auch noch eine Eiszeit zwischen den zwei Großmächten wegen Syrien ausgebrochen. Russland steht mal wieder am Pranger wegen seiner massiven militärischen Lufteinsätze in Ost-Aleppo.

Tausende Zivilisten müssen wegen Putins Luftwaffe sterben. Aber ist das die ganze Wahrheit? Bundeskanzlerin Merkel sprach immer davon, dass die Ursachen bekämpft werden müssen. Nun kam doch tatsächlich der General a. D. Harald Kujat und sprach Klartext. (. . .) Von ihm erfahren wir, das es auch noch ein West-Aleppo gibt, das von Terroristen aus dem Ostteil Aleppos mit schweren Waffen beschossen wird und dabei ebenfalls viele Zivilisten ums Leben kommen. Terroristen sind es, und nicht Rebellen. Ein zerstörter Hilfskonvoi, bei dem eben nicht bewiesen ist, dass es die Russen waren. Es gibt nur Vermutungen, aber keine einzige Untersuchung. (. . .)

In Syrien mischen so viele "Player" mit, dass es unverzeihlich ist, immer nur einem den "Schwarzen Peter" zuzuschieben. So wird der Brandherd Syrien nicht gelöscht, und ein Ende der Flüchtlingsströme nach Deutschland wird nicht in Sicht kommen! Frieden werden wir dort nur erreichen, wenn die Waffen-, Nachschub-, und Geldlieferungen an die Terroristen gestoppt werden und ein Waffenstillstand durch die USA und Russland durchgesetzt wird. Möglichkeiten haben beide Weltmächte dazu, wenn sie nur wollen!

Man kann gemeinsam vieles verbessern

K. Gogolek aus Lauchhammer nimmt Bezug auf den Leserbrief von Achim Hoffmann aus Gablenz zu den Vorfällen in Bautzen

(LR vom 20. September):

Kann passieren, dass es nix wird mit "Wir schaffen das!" Aber warum? Weil viele zusehen, lautstark dagegen reden oder schadenfroh die Hände reiben, wenn etwas schiefgegangen ist. Menschen aus Kriegsländern und Diktaturen, die zu uns kommen, verdienen, dass wir ihnen unsere Hand reichen. Rein rechtlich sind wir sogar dazu verpflichtet, seit dem die BRD 1954 der Genfer Flüchtlingskonvention beigetreten ist. Herr Hoffmann, kennen Sie einen einzigen Geflüchteten persönlich? Haben Sie eine Stunde mit ihm verbracht? Haben Sie eine einzige Gesprächsrunde besucht oder gar organisiert, in der Deutsche und Fremde einander erzählten? Haben Sie Kleidung gespendet, beim Einrichten einer Wohnung geholfen oder jemandem einen einzigen Satz Deutsch beigebracht? Hier in unserem Ort kümmern sich Leute um Kinder, Frauen und Männer aus Eritrea, Afghanistan, Syrien, Somalia, Tschad und Kamerun. Wir machen uns miteinander bekannt und vertraut. Wir lernen voneinander. Wir feiern zusammen, und zwar ohne Alkohol. Manches gibt es zu verbessern, natürlich. Aber daran arbeiten wir, und zwar gemeinsam!

Notwendige Erinnerung an Kriegsverbrechen

Kurt Noack aus Groß-Kölzig schreibt zum Gedenken an die Massaker von Babi Jar

In der Kette von Kriegsverbrechen an unschuldigen Zivilpersonen stellt das Massaker von Babi Jar ein besonders scheußliches Glied dar. (. . .) 33 771 Juden der ukrainischen Hauptstadt Kiew fielen unter kräftiger Beteiligung ukrainischer Kollaborateure wenige Tage nach dem deutschen Einmarsch im September 1941 diesen Verbrechen zum Opfer.

Mit dem Gedenken daran aber hatte die sowjetische Regierung später ihre Probleme. So wurde sowohl unter Chrustschow wie auch unter Breschnew nicht erlaubt, in Babi Jar ein Denkmal zu setzen, und als sich einige Juden 1974 an dieser heiligen Stätte versammelten, wurden sie von der Polizei auseinandergejagt. Ein schon früher von Ilja Ehrenburg verfasstes Buch über Babi Jar durfte nur deswegen nicht erscheinen, weil Juden die Opfer waren. (. . .) In Polen informierte ein auf eine Familiengeschichte gestützter Film, wie die Opfer von Katyn kaltblütig mit auf dem Rücken gefesselten Händen einzeln mit Kopfschuss getötet und in eine Grube geworfen wurden. Zur Verdeckung der Spuren benutzte man deutsche Walther-Pistolen. Ich habe das Filmwerk im polnischen Kolberg gesehen und war tief beeindruckt von den nachgestalteten Ereignissen, ohne die Sprache verstanden zu haben. Leider fand dieser Film noch immer nicht seinen Weg nach Deutschland. Die Erinnerung an alle Schandtaten aber muss im Hinblick auf die gegenwärtigen politischen Entwicklungen wach gehalten werden, denn Politiker tragen an Kriegen und ihren Folgen die Hauptschuld.