| 17:36 Uhr

Lesermerinung
Das istkein Fortschritt

Groko und Pflegeeinigung

Drei Politsenioren, zusammen mit stolzen 194 Jahren Lebenserfahrung, kämpfen um ihr politisches Überleben. Alle drei wissen, dass dies nur in einer Groko möglich sein kann. Bedauerlicherweise gehören alle drei aber verschiedenen Parteien an. Auch wenn sich diese Parteien gern als sogenannte Volksparteien bezeichnen, so haben sie doch die unterschiedlichsten Interessen ihrer Wähler und Mitglieder zu vertreten. Und die könnten gegensätzlicher nicht sein. Um diese Gegensätze kleinzureden und faule Kompromisse zu finden, wird nächtelang verhandelt, und zum Schluss werden Scheinergebnisse von jedem der Beteiligten als persönlicher Sieg verkauft. Dabei ist man sich auch nicht zu schade, das Verhandlungsergebnis nach eigenem Ermessen zu interpretieren und die vereinbarten Ziele völlig überzubewerten. Beispielsweise die bessere Versorgung der Pflegebedürftigen in unserem reichen Land. Auch hier kämpfen Menschen ums Überleben, allerdings sind das bereits jetzt drei Millionen, und diese Zahl steigt ständig und schnell. Wenn die Groko-Verhandler jetzt die Schaffung von 8000 neuen Stellen für Pflegekräfte als großen Erfolg verkaufen, ohne dazu die Bedingungen zu nennen, und wenn man bedenkt, dass es in Deutschland gegenwärtig 13 000 Pflegeheime gibt, kann man das Ausmaß an Wählerverdummung ermessen. So werden wir es keinesfalls erreichen, dass Pflegebedürftige ihren Lebensabend in Würde verbringen können. Aber den drei Spitzenpolitikern scheint das ohnehin egal zu sein, ihr Lebensabend ist auf jeden Fall abgesichert.