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Lesermeinung
Danke für den Mut

Meinung Der beabsichtigte Verkauf der Kirche Döllingen (LR vom 25. November) hat einigen Wirbel ausgelöst. Christof Enders, Superintendent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda, reagiert auf die bereits veröffentlichte Kritik und die Vorschläge im Leserbrief von Roy Paweck aus Zeithain:

Danke für Ihren Mut, an der Zukunft der Kirche in Döllingen mitzudenken und mitzuarbeiten. Zur Sache kann ich so viel beitragen, als dass ein Verkauf der Kirche Döllingen durch den Kreiskirchenrat des Kirchenkreises bisher nicht genehmigt wurde.

Natürlich diskutieren wir im Kirchenkreis Bad Liebenwerda darüber, was wir mit unseren Kirchengebäuden tun sollen. Völlig klar ist, dass wir nicht für jedes Gebäude einen sonntäglichen Gottesdienst um 10 Uhr organisieren können. Und auch der Gemeindekirchenrat verdient unseren Respekt. Es ist zu akzeptieren, wenn ein Gemeindekirchenrat erkennt, dass er nicht mehr die Kraft hat, ein solches Gebäude zu erhalten. Es ist für uns als evangelische Christinnen und Christen nicht die erste Pflicht, ein Gebäude zu erhalten. Andererseits haben wir nun mal so viele Räume. 85 Kirchen sind es allein im Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Sie sind ein Erbe, das wir vor die Füße gelegt bekommen haben. Und meistens sind die Kirchen sehr hilfreich, weil es eben „besondere“ – geistliche – Räume sind. Keiner will ein Dorf, dass nur aus Eigenheimen besteht. Wir brauchen solche besonderen Räume der Einkehr und der Gemeinschaft. Das merken wir ja in der Advents- und Weihnachtszeit besonders stark.

Die konkrete Frage ist natürlich: Wie soll denn dieses Gebäude in Döllingen erhalten werden? Wenn es der Gemeindekirchenrat nicht mehr schafft: gibt es andere, die helfen können? Müssen das immer Kirchenmitglieder sein, besonders Fromme oder kann ich als Dorfbewohner etwas dafür tun, dass „die Kirche im Dorf bleibt“? Was für Nutzungsideen könnte es geben? Manche werden sagen: im Advent sollte man sich nicht streiten. Ich denke: vielleicht führt uns so ein Streit viel näher an die Krippe in Bethlehem als manch Schwibbogen oder Gänsebraten.